Kultur : ...treibt seinem Höhepunkt entgegen...

KERSTIN DECKER

Boston 1935.Eleanor möchte ein Kind.Ihr Mann ist reich, sie kann alles von ihm kriegen, warum nicht auch ein Kind? Nun gut, nicht direkt von ihm, denn Arthur ist zeugungsunfähig, aber man könnte doch dafür bezahlen, daß ein anderer? Mit Eleanor? - Arthur (William Hurt) ist Anwalt.Er ist gewohnt, logisch zu denken.Und was seine Frau sagt, scheint ihm folgerichtig.Er ist einverstanden.Arthur freut sich auf das Kind.Der Samenspender freut sich auf Eleanor (Madeleine Stowe).So sehr, daß er sich nicht mehr aus dem Badezimmer traut mit dieser Revolte in der Hose.Er erweist sich als unfähig, den Aufstand niederzuschlagen.Erst als Eleanor kommt, begeistert über soviel Elan ...(wir wechseln an dieser Stelle hinüber in den offiziellen Pressetext) ..."treibt das Geschehen seinem tragischen Höhepunkt entgegen."

"Wunsch und Wirklichkeit" ist, wie man aus der Handlung sofort ersieht, ein Melodram.Deshalb spielen auch Kenneth Branagh und William Hurt mit.Am Ende des ersten Aktes ist der Samenspender tot und sein Kind auch (Frühgeburt).Eleanor aber flieht zu einem jungen Priester.Der heißt Kenneth Branagh - wirklich jung? - und gibt der Frau Trost und Beistand (wieso heißt es eigentlich immer Beischlaf und nicht -stand?) Dieser Film von Lesli Linka Glatter ("Now and then") ist, wie gesagt, sehr dramatisch.Ich habe vor Lachen dann gar nicht mehr mitgekriegt, wieviel Kinder Eleonor eigentlich von dem Priester bekam.

Zwei waren es wohl, ja genau, es waren Zwillinge.Etwas später kniet dann William Hurt, also der impotente Anwalt Arthur, unter Tränen am Grab seiner Frau.Das war auch eine schöne Stelle.Der Priester tauft inzwischen seine Söhne.Bestimmt hat der Film allen großen Spaß gemacht.Kitsch macht immer Spaß.Alle gaben ihr Bestes, besonders Branagh.Denn Kitsch ist tödlich ernst gemeint.Das macht ihn so lustig.Ein rundum gelungener schlechter Film.Nicht verpassen! Also wenn nichts im Fernsehen kommt.Oder die Videothek zu ist.

Filmbühne Wien, Nord

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