Kultur : 150 Minuten ... in einem fremden Land

Harald Martenstein empfiehlt zur Entspannung ein Glas Eselsmilch.

Harald Martenstein HP Kontur

Freunde, ihr wisst es alle, ich bin Kasache. Über Deutschland weiß ich leider gar nichts. Aber ich habe in Semipalatinsk, im Palast des Volkes, diesen Film gesehen – „Deutschland 09“. Deutschland ist ein furchtbar hässliches Land. Vor allem die Architektur. So etwas Schönes wie den Palast des Volkes oder die Kysylkum-Wüste haben die Deutschen nicht. Die deutschen Menschen sind traurig, weil sie von ihrer Polizei unterdrückt und bespitzelt werden, es gibt dort nicht diese Freiheit wie in Kasachstan. Die Deutschen sind arm und krank, nichts funktioniert, ihr Leben ist öde und langweilig. Sie verbrennen ihre Zeitungen, ihre Kinder beschimpfen sich, sie sitzen in leeren Wohnungen auf dem Boden und diskutieren – wie können wir aus diesem unterdrückten Land etwas machen? Wie können wir frei sein? So ähnlich wie in Deutschland ist es bei uns in Kasachstan während der Mongolenherrschaft gewesen.

Eine einzige gute Sache, die es in Deutschland reichlicher gibt als bei uns: Schulen für Filmregisseure. Deutsche Regisseure sind sehr ehrgeizig, sehr ernst, sie strengen sich wahnsinnig an. Man möchte ihnen zurufen: Entspannt euch, trinkt ein Glas Eselsmilch, tanzt! Ihr Deutschen müsst nicht unbedingt in allem die Besten sein. Versucht nicht, die Welt zu erklären, wer kann das schon. Der deutsche Humor ist, verglichen mit unserem kasachischen Humor, furchtbar. Er ist platt, außer er kommt von Juden. Den Deutschen ist anscheinend Sexualität sehr wichtig, darum, dass sie immer genug davon bekommen, kümmern sich die Einwanderer. Die Deutschen tun furchtbare sexuelle Dinge mit Tampons und Stuhlbeinen, man mag es sich gar nicht vorstellen. In dieser Hinsicht ist Deutschland wirklich nicht gesund. Ich kann den Film „Deutschland 09“ empfehlen, weil er uns klar macht, wie schlimm es einem Land geht, das keinen so genialen Führer hat wie unseren Nursultan Nasarbajew, Gott gebe ihm ewige Gesundheit. Es lebe das heilige Kasachstan!

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