Kultur : Afghanistan: Der Anstifter: Ayman al-Zawahiri soll bin Ladens rechte Hand sein

Andrea Nüsse

Während jedes Schulkind mittlerweile weiß, wie Osama bin Laden aussieht, gibt es kaum Fotos von Ayman al-Zawahiri. Dabei wird der Ägypter von Interpol als die rechte Hand und vom FBI als möglicher Nachfolger bin Ladens gehandelt. Wie al-Zawahiri heute aussieht, weiß niemand. Das erklärt vielleicht, warum Interpol und FBI zwei vollkommen unterschiedliche Fotos auf ihren Web-Seiten veröffentlichen.

Der 50-jährige Arzt, aus konservativ-islamischen und vermögenden Elternhaus, hatte zunächst in Ägypten in islamistischen Gruppen gegen das "gottlose" Regime gekämpft. Nach der Ermordung von Präsident Anwar el-Sadats 1981 landete er wegen unerlaubten Waffenbesitzes im Gefängnis. Bei seiner anschließenden Tätigkeit als Arzt in Peshawar an der Grenze zu Afghanistan lernte der Ägypter bin Laden kennen, schreibt die seriöse "As-Sharq al Awsat", eine saudische Tageszeitung, die in London herausgegeben wird.

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Fotos: Die Ereignisse seit dem 11. September in Bildern Nach seiner Rückkehr nach Ägypten schloss er sich dem Islamischen Jihad an, deren Chef er 1993 wurde. Diese militante Gruppe wollte Ägyptens Regime mit Terroranschlägen zu Fall bringen. Kairo macht ihn für zahlreiche Anschläge verantwortlich, darunter auch den Anschlag in Luxor 1997, bei dem 58 Touristen starben. 1999 wurde er in Kairo in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Nach Angaben von "As-Sharq al-Awsat", die sich auf einen Anwalt von Islamisten beruft, war es al-Zawahiri, der bin Laden dazu brachte, seinen Kampf auszudehnen: Vom Krieg zur Befreiung Afghanistans zu einem weltweiten Kreuzzug gegen den Westen. Dieser begann im Februar 1998 mit einem Kommunique, in dem alle Muslime zu Anschlägen auf Amerikaner, Juden und ihre Verbündeten aufgefordert wurden. Al-Zawahiri unterschrieb den Kampfaufruf als Zweiter nach bin Laden.

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