Kultur : Alles fließt

Positive Bilanzen bei Sotheby’s und Christie’s

Matthias Thibaut

Das phänomenal erfolgreiche Kunstmarktjahr 2004 hat die Bilanzen der beiden Auktionsgiganten Sotheby’s und Christie’s voll saniert. Nachdem sie jahrelang an den Strafen und Entschädigungszahlungen nach den Kartellklagen in den USA zu tragen hatten, sind nun die Kassen wieder prall gefüllt. Christie’s kann eine Steigerung seiner Auktionsumsätze um 25 Prozent auf 2,46 Milliarden Dollar feiern. Erzrivale Sotheby’s konnte den Umsatz sogar um 59 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar steigern. Hier schlug etwa der im vergangenen Mai für 104 Millionen Dollar versteigerte „Garcon a la pipe“ von Picasso zu Buche.

Gerade vom Auktionshaus Sotheby’s, das als börsennotierte Aktiengesellschaft anders als das Privatunternehmen  Christie’s auch Bilanzen veröffentlicht, erfährt man, wie profitabel das Geschäft wieder ist. Aus den 20 Millionen Dollar Verlust von 2003 wurde 2004 ein Gewinn von 80 Millionen Dollar. Ein Grund für die positive Entwicklung ist der internationale Aufschwung der Contemporary Art, ein anderer die Expansion der asiatischen Märkte, auf die beide Häuser auch in Zukunft setzen. So arbeiten Christie’s und Sotheby’s momentan an Strategien für das chinesische Festland.

Ein Ende des Booms ist 2005 nicht abzusehen. Sotheby’s bietet in den New Yorker Moderneauktionen im Mai einen neu entdeckten Kandinsky mit einer Schätzung von 25 Millionen Dollar an. Christie’s hat eine Serie hochkarätiger Privatsammlungen wie den Nachlass des portugiesischen Milliardärs Antonio Champalimaud im Juli in London. Die starke Nachfrage bringt große Kunst auf den Markt, was wiederum die Käufer ermuntert. Ein perfekter Kreislauf. Solange das Geld fließt.

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