Kultur : Alles Russland: Berlins Festwochen beginnen

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William Forsythe eröffnet mit seinem Ballett Frankfurt heute im Festspielhaus in der Schaperstraße die Berliner Festwochen 2003. Forsythe hatte im August die Nichtverlängerung seines 2004 auslaufenden Vertrages angekündigt. Er wird in Zukunft in DresdenHellerau arbeiten. In Berlin präsentiert Forsythe drei Choreographien (18.-20. 9.). Ein weiteres Highlight wird das Gastspiel des Ex-Machina-Theaters aus Montreal. Robert Lepage, der kanadische Theatermagier, zuletzt in Berlin mit „The Far Side of The Moon“ zu sehen, bearbeitet seinen Kult-Klassiker von 1985: Die „Trilogie des Drachens“ erzählt von zwei Mädchen aus Chinatown, die sich ein imaginäres Heimatland erträumen (26.-28. 9.). Lepages Star Marie Brassard steht zudem mit dem Soloprogramm „La Noirceur“ (25.-27. 9.) auf der Bühne. Hinzu kommen Choreographien von Xavier Le Roy (7.-8.10.) und Josef Nadj (3./ 4. 10.).

Im Mittelpunkt der Festwochen steht Russland: ein Beitrag zum deutsch-russischen Kulturjahr, das 2004 seine Fortsetzung in Moskau finden wird. Die große Ausstellung „Berlin-Moskau 1950 bis 2000“ im Gropius-Bau (Eröffnung: 28.9.) knüpft an die Ausstellung „Berlin-Moskau 1900 bis 1950“ von 1985 an. 200 Künstler sind mit mehr als 500 Werken vertreten: So sind die 2002 entstandenen Russlandbilder Georg Baselitz’ mit den Gemälden Geli Korshews aus den 50er Jahren konfrontiert. Picasso, Warhol, Willi Sitte und Komar weiten den Blick über die deutsch-russischen Beziehungen hinaus.

Das sechstägige Gastspiel des Petersburger Marinskij-Theaters unter Chefdirigent Valery Gergiev mit Werken von Schostakowitsch, Prokofjew und Tschaikowsky ab 28.10 . in der Deutschen Oper ist bereits fast ausverkauft. Genug Karten gibt es dagegen noch für die deutschen Erstaufführungen neuer Musiktheaterwerke von Michael van der Aa (10.10.), Param Vir (16.10.) und Louis Andriessen (23.10.). Karlheiz Stockhausen ist am 31.10. mit „Inori“ präsent. Puschkins Klassiker „Boris Godunow“ zeigt die britische Gruppe „Cheek by Jowl“ (17.-20. 9.), Theaterregisseur Kama Ginkas präsentiert Dramatisierungen von Dostojewskij und Tschechow (22.-24. 9.). Ein Puppentheater („Lilican’s Museum of Theatrical Ideas“, 19.-22.9.) und das „Theater der Obdachlosen Jugend“ (30.9.-4.10.) runden das Theaterbild ab. Die russische Literatur wird von Festspiel-Intendant und Poet Joachim Sartorius in einer „Langen Nacht der russischen Poesie“ am 25. 10. vorgestellt. Tsp

Informationen unter www.festwochen.de und der Tel-Nr.: 254 89 100.

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