Kultur : Alles sonnig rund um Rattle?

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Die Stimmung bei der Saisonpräsentation der Berliner Philharmoniker passt perfekt zum Wetter: Die Beziehung von Simon Rattle und seinen Musikern scheint im fünften Jahr der Partnerschaft in voller Frühlingsblüte zu stehen. Von der neuen Intendantin Pamela Rosenberg, die ab August ganz in Berlin leben und arbeiten wird, erhofft man sich manche Ideenbefruchtung. Die sonnige Miene des Chefdirigenten lässt sich nicht einmal durch Pressepolemiken verfinstern, die einen Niedergang des Orchesters unter der Leitung des Briten prophezeien. „I am so sorry“, lächelt der Maestro. Geschäftsführer Frank Kersten konstatiert eine durchschnittliche Auslastung von 94 Prozent im großen Saal, und Orchestervorstand Jan Diesselhorst berichtet, wie positiv sich die Diskussionskultur der Musiker durch Rattles Vorbild entwickelt hat. Auf allen Ebenen sei man „sehr tief in Gespräche gewickelt“, fügt die neue Intendantin in charmantem Denglish hinzu, und es entsteht nicht der Eindruck, als könne derzeit irgendetwas die gute Stimmung im Team stören. Man hat sich die Programmbroschüre der Saison 2006/2007 vom Karikaturisten Luis Muschetz illustrieren lassen, den gewitzten Komponisten Joseph Haydn und Kurt Weill sind Themenschwerpunkte gewidmet. Rattle dirigiert 42 der 99 Berliner Konzerte sowie 33 Tourneeauftritte. Ihre Debüts bei den Philharmonikern geben Marc Elder und Ion Marin, nach längerer Zeit kehren Zubin Mehta und Christoph Eschenbach zurück. Abbado kommt zur gewohnten Zeit im Mai, Kirill Petrenko wurde erneut eingeladen, Christian Thielemann dirigiert im April Brahms und Schumann. Pianist in residence schließlich wird Pierre-Laurent Aimard (Mehr Infos: www.berliner-philharmoniker.de). F.H.

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