Kultur : Analog ist besser

Bodo Mrozek

freut sich über Sensationen aus dem Hinterzimmer Manche Berliner DJs bekommt man hier kaum zu hören, weil sie außerhalb so gefragt sind, dass sie ständig auf der Tour sind – die heimischen Fans haben das Nachsehen. Soulpusher gehört nicht zu dieser Sorte. Wenn der Mann mit den aufsehenerregenden Tattoos auf den Oberarmen die Stadt verlässt, freuen sich die Berliner. Nicht etwa, weil sie etwas gegen seine Musik hätten, im Gegenteil. Man weiß, dass er mit frisch gefüllten Plattenkoffern zurückkommt. In Los Angeles fand Soulpusher bei einer seiner „Vinyl-Safaris“ im Hinterzimmer eines alten Tanzlokals die Single „Soul Chicken“ von Bobby Allen & The Exceptions, ein Funk-Stück, das als ultrarar gilt.

In der Szene giert man nach solchen Scheiben, wie andernorts nach Drogen – und zahlt ähnliche Preise dafür. Seine Schätze gibt der Berliner Funk-Experte auf seiner Website www.soulexplosion.de zu Gehör. Wer dazu tanzen will, kann dies am 9. April im Pavillon im Volkspark Friedrichshain tun (Friedenstr./Ecke Platz der Vereinten Nationen ). Dort kann man sich davon überzeugen, wie viele junge Partygänger der Digitalisierung trotzen. Für sie ist Soulpusher der Großsiegelbewahrer der analogen Kultur. Auf seine Plattenteller kommen nur 7-Zoll-Scheiben – und sonst gar nichts.

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