Ausblick auf das Pop-Jahr : Rocker, Liebe, Hoffnung

Ein Ausblick auf das Pop-Jahr 2016: Guns N'Roses feiern Reunion, Mura Masa und Nao sind viel versprechende Newcomer aus England - und Rihanna bringt hoffentlich endlich ihr Album "Anti" heraus.

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Guns N'Roses-Sänger Axl Rose hat sich mit Gitarrist Slash versöhnt.
Guns N'Roses-Sänger Axl Rose hat sich mit Gitarrist Slash versöhnt.Foto: dpa

Sie waren neben den Beatles immer die große Ausnahme von der Regel gewesen, dass sich jede aufgelöste Band irgendwann wiedervereinigt. Unüberbrückbar tief schien der Riss zwischen Sänger Axl Rose und Gitarrist Slash zu sein. Selbst Jahre, nachdem sie sich 1996 getrennt hatten, giftete Rose seinen alten Kumpel immer noch an. Doch jetzt werden sie wieder unter dem Namen Guns N’Roses, den der Sänger seit dem Split mit wechselnden Mitmusikern weiterverwendet hatte, zusammen auftreten – als einer der Headliner des kalifornischen Coachella-Festivals im April. Auch Original-Bassist Duff McKagan ist dabei, wer am Schlagzeug sitzen wird ist noch unklar.

Beim Coachella-Festival wird es noch ein zweites Comeback geben: James Murphy tritt mit seinem 2011 Jahren aufgelösten Electroprojekt LCD Soundsystem ebenfalls als Headliner auf. An Weihnachten hatte der New Yorker mit dem Song „Christmas Will Break Your Heart“ bereits ein erstes Signal für neue Aktivitäten unter dem alten Namen gegeben. Die Alten werden das Jahr 2016 ohnehin wieder prägen: Neil Young kommt auf Tour, genauso The Cure, die endlich auch ein neues Album herausbringen wollen, Black Sabbath, die Scorpions, Art Garfunkel, Niedeckens BAP.

Und der Nachwuchs? Vielversprechendes kommt wie immer aus dem Pop-Empire England: Der 19-jährige Alex Crossan macht unter dem Namen Mura Masa atmosphärischen elektronischen Pop, der ihm gerade Platz fünf auf der „Sound of 2016“-Liste der jährlichen BBC-Prognose eingebracht hat. Die Auswertung läuft derzeit noch.

Das gehypte spanische Garagenrock-Quartett Hinds kommt ins Berliner Lido

Gute Chancen, weit vorn zu landen hat auch die auf der Longlist notierte Londoner Sängerin Nao. Mit ihren EPs „So Good“ und „February 15“ hat die 26-jährige studierte Jazzsängerin bereits ihr Talent für elegante R-’n’-B-Tracks bewiesen. Im Sommer will sie ihr Debütalbum veröffentlichen. Schon Ende nächster Woche kommt hingegen „Leave Me Alone“, das erste Album der Hinds, heraus. Das spanische Garagenrock-Quartett hat schon einen kleinen Hype inklusive Welttournee hinter sich. In Berlin sind die vier jungen Damen am 15. Januar live im Lido zu erleben.

Warten. Rihanna mit dem Covermotiv ihres Albums „Anti“. Wann es erscheint, ist noch unklar.
Warten. Rihanna mit dem Covermotiv ihres Albums „Anti“. Wann es erscheint, ist noch unklar.Foto: Getty Images for WESTBURY ROAD E

Ebenfalls schon ein Weilchen auf dem Radar als heiße junge Band sind Isolation Berlin, die sich mit ihrem Indierock- meets-Rio-Reiser-Mix und ihrer EP „Körper“ eine kleine Fangemeinde erspielt haben. Wenn am 19. Februar das Debütalbum „Und aus den Wolken tropft die Zeit“ erscheint, wird sie sicher noch wachsen. Am gleichen Tag startet das Quartett in der Feierhalle am Südstern seine Deutschland-Tour (außerdem 23. April, Bi Nuu).

Eines der am meisten herbeigesehnten Alben dieses Jahres ist Rihannas „Anti“, das ähnlich wie die neuen Werke von Kanye West und Frank Ocean bereits 2015 erwartet worden war. Die Sängerin hatte sogar schon drei Singles ausgekoppelt und das Covermotiv präsentiert. Ob sie noch an den Songs feilt oder am Jahresende nicht Adele in die Quere kommen wollte? Schwer zu sagen. Klar ist, dass am 26. Februar in San Diego Rihannas „Anti“-Welttournee beginnt (Berlin, Olympiastadion, 2. August). Das gleichnamige Album vorher noch herauszubringen, wäre da schon logisch – und eine gute Werbemaßnahme.

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