Auszeichnung : 56 Nominierungen für den Grimme-Preis

Auf einen der begehrten Adolf-Grimme-Preise können sich in diesem Jahr 56 TV-Produktionen, Schauspieler und Fernsehschaffende hinter der Kamera Hoffnung machen. Die Preisträger werden am 15. März bekanntgegeben.

Marl - «2005 war ein glänzendes Fernsehjahr mit hervorragenden Filmen» lobte Grimme-Direktor Uwe Kammann bei der Vorstellung der Auswahl am Donnerstag in Marl. Enttäuscht zeigte sich er über die Sendezeiten von Informationsbeiträgen, die außerhalb des Hauptprogramms «versenkt» würden.

Die Reportagereihe «Die Story», die bei WDR und ARD spät abends läuft, erhielt dabei gleich fünf Nominierungen für Einzelberichte und eine sechste für die Autoren der Wirtschaftsgeschichte «Milliarden- Monopoly I und II». Insgesamt entfielen 52 der 56 Nominierungen auf die öffentlich-rechtlichen Sender.

Freuen darf sich jetzt schon Elke Heidenreich. Dem Ruhrpott- Original wird die «Besondere Ehrung» des Volkshochschul-Verbandes, des Stifters der Grimme-Preise, zuteil. Das 62-jährige Multitalent, das eigentlich aus dem hessischen Korbach stammt, habe im bisherigen Wirken eine besondere Vielseitigkeit unter anderem als Moderatorin, Autorin und Kabarettistin an den Tag gelegt. Als schwadronierende Metzgersgattin Else Stratmann aus Wanne-Eickel habe sie es bis ins ZDF-Olympiaprogramm geschafft.

Aus den rund 600 Vorschlägen von Sendern und Zuschauern hatte die Nominierungskommissionen insgesamt 56 Beiträge ausgewählt. Auf lediglich vier Nominierungen kamen die privaten Sender. In die Endrunde schafften es die Büroserie «Stromberg» (ProSieben), «Pastewka» und «Ich liebe das Leben» (beide Sat.1) sowie die Macher der MTV-Satire «pimp my Fahrrad», die die beliebte US-Serie «pimp my ride» auf die Schippe nehmen.

Gute Aussichten auf einen der bis zu 14 Grimmepreise hat auch Tagesthemen-Moderatorin Anne Will, die von der Kommission für ihre Interviews gelobt wurde. Hervorgehoben wurde das Gespräch mit dem damaligen Kanzler Gerhard Schröder, bei dem Will von der vereinbarten Befragung zur US-Politik abgewichen sei und ihn zur aktuell wichtigeren Entscheidung für die Vertrauensfrage interviewt habe. Lob erhielt auch das Porträt «Mister Tony Blair» (ARD) als ein Beispiel dafür, wie man einen Staatsmann auch einmal etwas anders darstellen könne und Gefühlsregungen mit verarbeite.

Wenig Hoffnung dürfen sich Sat.1 mit «Die Luftbrücke» und die ARD für den Beitrag «Rendezvous mit dem Tod» über die Ermordung von John F. Kennedy machen. Sie hätten die Erwartungen nicht erfüllt. Jetzt können nur noch die Jurys in der Endausscheidung die abgelehnten Filme nachnominieren.

Die Grimme-Preisträger gibt das Institut dann am 15. März in Düsseldorf bekannt. Die Gala mit der Übergabe folgt am 31. März im Stadttheater von Marl. (tso/dpa)

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