Bayreuther Festspiele : Isolde-Sängerin Anja Kampe steigt aus

Vier Wochen vor der Premiere gibt die Sopranistin Anja Kampe ihre Titelpartie in "Tristan und Isolde" zurück. Steckt eine Thielemann-Petrenko-Fehde dahinter?

In Berlin war Anja Kampe zuletzt als Kundry im "Parsifal" an der Berliner Staatsoper zu sehen.
In Berlin war Anja Kampe zuletzt als Kundry im "Parsifal" an der Berliner Staatsoper zu sehen.Foto: dpa

Bei den Bayreuther Festspielen herrscht weiterhin große Unruhe hinter den Kulissen. Nachdem die Titelpartie des „Siegfried“ umbesetzt worden war und ein angebliches „Hausverbot“ für Noch-Festspielchefin Eva Wagner-Pasquier den Protest des „Ring“-Dirigenten Kirill Petrenko nach sich zog, hat nun die Sopranistin Anja Kampe ihre Titelrolle in Katharina Wagners „Tristan und Isolde“-Inszenierung zurückgegeben. Vier Wochen vor der Premiere am 25. Juli informiert die Website der Festspiele mit knappen Worten darüber. Man nehme die Absage „mit großem Bedauern zur Kenntnis“ und habe den Vertrag in beiderseitigem Einverständnis gelöst. Die Rolle übernimmt Evelyn Herlitzius – bereits das dritte Engagement für die Partie, nachdem anfangs Eva-Maria Westbroek vorgesehen war. Stephen Gould ist Tristan, Dirigent der Neu-Inszenierung Christian Thielemann, der zum Leitungsteam in Bayreuth gehört.

Über die Gründe von Kampes Ausscheiden werden keine Angaben gemacht. Im „Ring des Nibelungen“ tritt die Sängerin weiterhin auf, als Sieglinde in der „Walküre“. Bei Frank Castorfs Inszenierung dirigiert Kirill Petrenko in diesem Sommer zum letzten Mal. Nun wird in Musikkreisen darüber spekuliert, ob hinter Kampes Absage eine Petrenko-Thielemann-Fehde steckt, nachdem die Berliner Philharmoniker Petrenko vor einer Woche zu ihrem künftigen Chefdirigenten gewählt haben. Beim ersten Wahlgang im Mai war Christian Thielemann als Favorit für das Amt gehandelt worden. Der Münchner „Merkur“ will außerdem wissen, dass Anja Kampe in Opernkreisen als Lebensgefährtin Petrenkos gilt. Zwischen ihr und Thielemann sei es zu einem Zusammenstoß gekommen. Festspiel-Sprecher Peter Emmerich nennt diese Gerüchte hingegen „Gossenjournalismus“. Dem „Nordbayrischen Kurier“ sagte er, es handele sich um haltlose Spekulationen. Tsp

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