Berlin Art Week: Kunstmesse "Berliner Liste" im Postbahnhof : Im Blickdickicht

Die "Berliner Liste" hat geladen: Die Messe für zeitgenössische Kunst feiert sich auf der Berlin Art Week als Adresse für Entdecker. Und zu entdecken gibt es einiges - auch wenn das Niveau durchwachsen bleibt.

Angela Hohmann
Künstlerin Kerstin Arnold zwischen ihren Werken.
Auch die Künstlerin Kerstin Arnold ist vertreten.Foto: dpa

„May I scan your smile?“ Ein Mann mit futuristischer Brille und mobilem Stabscanner eilt auf die Besucher zu und überträgt ihr Lächeln auf einen Bildschirm. Der Däne Poul R. Welle tritt als einer von neun Performancekünstlern zur 11. Berliner Liste an. Die Messe mit zeitgenössischer Kunst zu Preisen zwischen 750 und 7500 Euro feiert sich wie jedes Jahr als Adresse für Entdecker, diesmal an neuem Standort im Postbahnhof am Ostbahnhof. Die Aussteller, 112 aus 24 Ländern, sind nicht nur Galerien und Projekträume, sondern traditionell auch viele Künstler. Neu ist eine kleine „Editions Section“ mit Auflagenkunst. Ansonsten gibt es Malerei, Zeichnung, Fotografie, wenige Skulpturen, kaum Video – und wie immer einiges zu entdecken, auch wenn das Niveau insgesamt durchwachsen bleibt.

Beeindruckend sind die Zeichnungen von Peer Kriesel, der mit schnellem, feinem Strich Fratzen zu Figurenwolken verdichtet. Der Stift scheint bei ihm direkt mit der Fantasie verbunden, Emotionen werden unmittelbar übersetzt (950– 6200 Euro). Extrem faszinierend ist die digitale Malerei des Künstlerpaares Kalos & Klio bei der griechischen Galerie alma. Ihr Material finden sie im Internet und collagieren es zu fantastischen Bildwelten.

Britin Jill Tegan Doherty beweist viel Fantasie

Wieder vertreten sind die beiden polnischen Galerien Apteka Sztuki mit Kugelschreibermalereien des in Polen bekannten Künstlers Lukasz Rudnicki und Zderzak mit den faszinierenden Nadelobjekten von Edwina Ziomkowska. In der Galerie Tsekh aus Kiew, die auch in Zeiten des Krieges ihre russischen Sammler nicht verloren hat, beeindruckt der ukrainische Maler Ievgen Petrow mit großen Aquarellhunden (900–6000 Euro) während die CCA&A Gallery (Hamburg) eindrucksvolle malerische Zebrastudien von Constantin Schröder präsentiert. Viel Fantasie beweist die in Berlin lebende Britin Jill Tegan Doherty mit ihren malerischen Mischwesen aus Mensch und Tier (175–3000 Euro).

Berliner Liste. Postbahnhof, Straße der Pariser Kommune 8; bis 21.9.

Berlin Art Week 2014: Auf die Plätze, fertig, Kunst!
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