Kultur : Berlinale: Wer kommt

Ab Mai hat er - als Boss der Berlinale - den prominentesten Job, den die deutsche Film-Welt zu vergeben hat. Bisher gehörte dem umtriebigen Leiter der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen immerhin der wohl zweitbeste. Geboren am 30. Mai 1948 in Pforzheim, ging Dieter Kosslick Ende der siebziger Jahre nach einem Studium in München nicht gleich zum Film, sondern erst einmal in die Politik - als Redenschreiber des Hamburger Bürgermeisters Klose. 1983 übernahm er die Geschäftsführung des Hamburger Filmbüros und gründete dort 1986 das Europäische Low Budget Forum. 1992 wurde der agile Kommunikator Chef der frisch gegründeten Filmstiftung Nordrhein-Westfalen und machte sie bald zum bestgefüllten deutschen Fördertopf. 70 Millionen Mark jährlich bewegt die Stiftung zu Gunsten deutscher und internationaler Produktionen. Letztes Jahr setzte Kulturminister Naumann Kosslick bei den Berliner Festspielen als neuen Berlinale-Chef durch.

Mit seinen 39 Jahren verkörpert er einen echten Generationswechsel: Christoph Terhechte wird das nächste Internationale Forum der Berlinale, die neben dem Wettbewerb wichtigste Sektion des Festivals, verantworten - als Nachfolger des dann 70-jährigen Ulrich Gregor. Am 7. Juli 1961 in Münster geboren, studierte er in Hamburg, bevor er Redakteur der "tageszeitung" wurde und für zwei Jahre als freier Journalist nach Paris ging. Bis 1990 arbeitete er in der Filmauswahl und Redaktion des Hamburg Low Budget Forums mit und lernte dort Dieter Kosslick kennen, damals Chef des Mini-Festivals. 1991 ging Terhechte nach Berlin, als Chef der Filmredaktion des Stadtmagazins "tip". 1997 wechselte er ins Auswahlkomitee des Internationalen Forums. Schon bald galt er als Nachfolge-Wunschkandidat des Forums-Chefs Ulrich Gregor; die Bestätigung der Berliner Festspiele steht formell noch aus, gilt aber als Formsache. Terhechte ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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