BERLINER SIEDLUNGEN DER 20ERWelterbe-Kandidaten im Bauhaus Archiv : Quadratisch grün

Nicola Kuhn

Berlin hat vieles, worauf es stolz sein kann: Knut, die berühmte Luft und einen Siedlungsbau aus den zwanziger Jahren, der nach Ansicht der Landesdenkmalpfleger auf die Liste des UNESCO-Welterbes gehört. Im vergangenen Jahr reichte die Bundesrepublik Deutschland offiziell den Antrag ein. Das Bauhaus-Archiv präsentiert als unterstützende Maßnahme eine Ausstellung, in der sie die sechs nominierten Siedlungen einem breiten Publikum erklärt. Denn was die Siedlungen Falkenberg, Schillerpark, Hufeisensiedlung, Wohnstadt Carl Legien, Siemensstadt und Weiße Stadt zu bieten haben, ist einmalig und besitzt bis heute Vorbildkraft.

Der rasante Bevölkerungsanstieg machte gerade in Berlin die Entwicklung neuer Ideen notwendig. Die Weimarer Republik schrieb sich das Recht auf gesunde Wohnungen als Staatsziel in die Verfassung. In Berlin bemühten sich die Architekten deshalb um „Behausung der Massen“. Bruno Taut entwarf die Siedlung „Schillerpark“ im Norden der Stadt und definierte die Gestaltungsmöglichkeiten mit dem traditionellen Baumaterial Ziegel neu. In Neukölln baute er die „Hufeisensiedlung Britz“, deren Reihenhäuser rundum von Geschossbauten umfangen werden. Wenige Jahre später musste er im Prenzlauer Berg noch höher planen, damit die Mieten bezahlbar blieben. In der Wohnstadt Carl Legien kletterte die Geschosszahl schon auf fünf Etagen; der Clou wurden dafür die begrünten Höfe. In der Siemensstadt kombinierten schließlich Walter Gropius, Hugo Häring, Hans Scharoun die Blockbebauung mit dem Grün und sollten damit den Wohnungsbau revolutionieren. Nicola Kuhn

Bauhaus-Archiv, Mi 25. 7. bis Mo 8. 10.,

Mi-Mo 10-17 Uhr, 7/6 €, erm. 4/3 €

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