Berliner Symphoniker : Für ’nen Zehner ins Konzert

Vor zehn Jahren strich der Berliner Senat jegliche Förderung für die Berliner Symphoniker. Jetzt gibt es wieder etwas Geld - und ein neues Junior Classic Ticket.

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Überlebenskünstler. Dirigent Lior Shambadal im Kreise seiner Musiker.
Überlebenskünstler. Dirigent Lior Shambadal im Kreise seiner Musiker.Foto: Berliner Symphoniker

Der Senat steigt wieder in die Finanzierung der Berliner Symphoniker ein! Zehn Jahre, nachdem Berlins kleinstem Sinfonieorchester die Subventionen gestrichen worden waren, erhält die von Jochen Thärichen gemanagte Truppe nun erneut staatliche Unterstützung. Allerdings nur in symbolischer Höhe von je 200 000 Euro pro Saison. Und das zunächst auch einmal nur befristet auf zwei Jahre. Aber immerhin – für die Berliner Symphoniker ist es ein Zeichen, dass es sich gelohnt hat weiterzumachen, mithilfe der treuen Stammgäste durchzuhalten, von der Hand in den Mund zu leben. „Unsere Berliner Konzertreihe in der Philharmonie können wir uns weiterhin nur leisten, weil wir Geld mit Auslandstourneen verdienen“, erklärt Intendant Thärichen. Gerade erst sind er und die Musiker von einem Japan-Gastspiel zurückgekehrt, 18 Konzerte haben sie dort innerhalb von 25 Tagen absolviert – inklusive eines Beethoven-Marathons, bei dem alle neun Sinfonien des Komponisten an zwei Tagen erklangen.

Das neue Senatsgeld wollen die Berliner Symphoniker nutzen, um ein „Junior Classic Ticket“ für Jugendliche anzubieten: Wer zwischen 15 und 21 Jahren alt ist, kann künftig die Konzerte am Sonntagnachmittag in der Philharmonie zum Preis von zehn Euro besuchen. Vorher gibt es eine Einführung für die jungen Zuhörer, hinterher die Möglichkeit, mit Musikern oder dem Dirigenten ins Gespräch zu kommen sowie hinter die Kulissen des scharounschen Konzertsaals zu schauen. Sieben Mal treten die Berliner Symphoniker in der Saison 2014/15 am Kulturforum auf, Chefdirigent Lior Shambadal beginnt am 19. Oktober mit Tschaikowskys Violinkonzert (Solist: Ilya Kaler) und Rachmaninows 2. Sinfonie. Einen weiteren russischen Abend leitet Alessandro Fabrizi im Dezember, das Silvesterkonzert steht unter dem Motto „Verführung“. Mendelssohn und Elgar gibt es im Februar (Dirigent: Panagiotis Diamantis), Weber, Grieg und Brahms im März, Beethovens Neunte im April, und im Mai spielt dann Vadim Repin die deutsche Erstaufführung von Benjamin Yusupovs „Konzert für Violine und Orchester“.

Lange bevor die anderen Orchester der Hauptstadt den Publikumsnachwuchs für sich entdeckten, haben die Berliner Symphoniker schon aktiv Educationarbeit betrieben, ganze Generationen von Berliner Schülern seit den siebziger Jahren an die Klassik herangeführt. Neben dem neuen Angebot des „Junior Classic Ticket“ läuft darum auch in der kommenden Spielzeit natürlich die Reihe „Konzerte für die ganze Familie“ weiter. Gleich am ersten Wochenende nach den Sommerferien, am 31. August, geht’s los. Dietmar Wunder präsentiert dann zusammen mit zwei Schülern Prokofjews „Peter und der Wolf“. Außerdem gibt es Tschaikowskys „Album für die Kinder“ in einer Orchesterbearbeitung von Anna Segal.

Das Junior Classic Ticket kann für alle Konzerte der Symphoniker unter Tel. 325 55 62 oder per Mail unter kontakt@berliner-symphoniker.de bestellt werden.

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