Kultur : Berliner Zimmer, ein Abschiedsbesuch

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Fotografiert von Natascha Meuser

Einhundert Mal haben wir an dieser Stelle „Berliner Zimmer“ gezeigt: Fabriketagen mit Hummerbecken, Wohnzimmer, wo Hirschgeweihe als Lampenfassung von der Decke baumeln, eine Villa, in der unter der Tapete FDJFresken freigelegt wurden. Einhundert Mal kam man aus dem Staunen nicht mehr heraus: Die Serie führte in die guten Stuben normalverdienender Nachbarn, der einzige Luxus, den sie sich leisten, ist ein Luxus von (Wohn-)Ideen. „Oft waren es die kleinen Schwächen einer Wohnung, die die Kreativität ihrer Bewohner weckten“, erzählt Natascha Meuser. Da wurden dann zum Beispiel Fensteröffnungen bis zum Fußboden erweitert, um Licht in dunkle Küchen zu bringen. Anfangs fand die Kolumnistin Meuser die Berliner Zimmer noch im Freundes- und Bekanntenkreis, doch bald schon wurde sie mit schriftlichen Angeboten überhäuft. Location-Scouts meldeten sich, so dass manche Meusersche Entdeckung später im ZDF oder bei Sat 1 wieder auftauchte. Und selbst Kanzleramtsarchitekt Axel Schultes rief an, um sich nach den Details einer Putztechnik aus der Serie zu erkundigen. Heute nun hat Natascha Meuser uns in ihre Charlottenburger Altbauwohnung eingeladen. Das Bücherregal aus MDF-Spannplatten wurde nach eigenem Entwurf angefertigt, genau wie der 3,60 Meter lange und 1,20 breite Tisch aus alten französischen Eichenbalken. „Bei einem Bratwurstessen finden bis zu 20 Leute Platz“, sagt die gebürtige Fränkin. (chs)

Im Berlin-Ressort beginnt demnächst eine neue Serie von Natascha Meuser: „Berliner Residenzen“.

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