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Beutekunst : Jüdische Erben erhalten Gemälde zurück

04.12.2007 17:50 Uhr
Irene BeranBild vergrößern
"Irene Beran" (1921). - Foto: ddp

Ein vor 66 Jahren von den Nationalsozialisten geraubtes Gemälde des Malers Hugo von Habermann ist heute an die Erben der jüdischen Alteigentümer zurückgegeben worden.

PotsdamDie Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) übergab in Potsdam das Bild an den in Großbritannien lebenden Enkel des ehemaligen Eigentümers, Maximilian Beran. Es handelt sich um ein etwa 100 mal 70 Zentimeter großes Porträt von Irene Beran (1886-1979) - der Ehefrau des Malers Bruno Beran (1888-1979) . Gemalt wurde es 1921 vom Münchner Hugo von Habermann. Maximilian Beran übernahm das Bild stellvertretend für seinen 94-jährigen Vater Rudolf Beran, dem Erben und Sohn der Porträtierten.

Bisher befand sich das Werk im Depot der Stiftung, wie Alexandra Bauer, zuständig für Provenienzforschung bei der SPSG, erklärte.

Erst im Sommer dieses Jahres habe sie den dazugehörigen Rahmen entdeckt. In den 1950er Jahren sei das Porträt über Umwege in den Besitz der damaligen Schlösserverwaltung gelangt. Ursprünglich befand sich das Werk in der Kunstsammlung der Porträtierten in ihrem Haus in Brno (Brünn) im heutigen Tschechien. 1941 wurden das Gebäude sowie Teile der Beraner Kunstsammlung von den deutschen Besatzern enteignet.

Lange Recherchen

Die umfangreichen Recherchen zu dem Gemälde, seiner Geschichte und seinen Eigentümern habe rund zwei Jahre gedauert, sagte Bauer. Bis dahin sei das Werk als Bildnis einer Unbekannten geführt worden. "In der Stiftung war gar nichts darüber bekannt." Der Zugang zu den Erben sei relativ schnell möglich gewesen. Das Bild könne nicht im Sammlungskontext der Schlösserstiftung sinnvoll verwendet werden.

Bisher ist es der Stiftung nach eigenen Angaben gelungen, 70 Kunstwerke an die rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben. 30 Fälle müssten noch bearbeitet werden - darunter fünf, die jüdischen Eigentümern zugeordnet werden könnten, sagte Bauer. Bei den 30 offenen Fällen gehe es um insgesamt rund 1000 Kunstwerke, darunter auch Konvolute. (feh/dpa)

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