Kultur : Blanca Li tanzte nur einen Winter

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Blanca Li, die künstlerische Leiterin des Balletts der Komischen Oper Berlin, hat das Handtuch geworfen. Nach nur sechs Monaten kapituliert die mondäne Choreografin - Spitze in der Berliner Krisenchronik. Ihren Schritt begründete sie mit den Sparzwängen der Oper. „Unter diesen nicht ausreichenden finanziellen Rahmenbedingungen kann ich weder für künstlerische Qualität in meinem Bereich noch für die Gesundheit meiner Tänzer garantieren“, erklärte Li, die Berlin bereits verlassen hat: „Ich bin enttäuscht. Berlin als Kulturmetropole hat anderes verdient." Schon ihr Vorgänger Richard Wherlock hatte vorzeitig aufgegeben.

Dass sich hier eine Mesalliance anbahnte, schwante auch denen, die von der Weltläufigkeit und dem Glamour der Spanierin angetan waren. Mit ihrer Eröffnungsarbeit „Der Traum des Minotaurus“ hatte Li für ausverkaufte Vorstellungen gesorgt. Aber dass ihre ästhetischen Interessen wenig kompatibel mit dem Profil der Komischen Oper sind, deutete sich schon bei dem Flop mit „Borderline“ an. Die schnelle Kapitulation mag auch auf das Konto ihrer Unerfahrenheit und ihres impulsiven Temperaments gehen. Blanca Li hat zuvor immer frei gearbeitet, in Paris eine eigene Compagnie etabliert und für Musikclips choreografiert. Offensichtlich hat Li schnell ihre „borderline“ an einem schwerfälligen Opernapparat erreicht.

Der Eklat um das vorzeitige Ausscheiden Lis zeigt: Die Berliner Verhältnisse vergraulen neue Kräfte. Für das Ballett der Komischen Oper könnte der Rücktritt Lis nun das endgültige Aus bedeuten. An der Deutschen Oper versucht derweil Intendant Zimmermann, noch zu retten, was zu retten ist. Der Schweizer Choreograf Martin Schläpfer, derzeit in Mainz tätig, soll 2004 Sylvaine Bayard als Ballettchef ablösen. Sandra Luzina

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