Kultur : Bleibt das Rias-Jugend- Orchester?

Carsten Niemann

Noch hoffen Förderkreis und Geschäftsführer des RIAS-Jugendorchesters auf eine Zukunft für ihr Ensemble. Dennoch ist nicht sicher, ob das 1948 gegründete Orchester überlebt. Am 24. November verkündete DeustchlandRadio-Intendant Ernst Elitz auf einer Personalversammlung, dass die Fördermittel (zuletzt 117000 Euro) zum Jahresende gestrichen werden. Das projektweise arbeitende Orchester, dessen Mitglieder sich aus Studierenden der Berliner Hochschulen zusammensetzt, musste sich nach der Wende gegenüber internationalen Nachwuchsensembles (wie etwa dem Schleswig-Holstein Musik Festival Orchester)wie auch gegenüber den Akademien vieler Sinfonieorchester profilieren. Als Grund für die Streichung der Mittel gibt man beim DeutschlandRadio an, dass die Angleichung der Rundfunkgebühren an den Finanzbedarf der Anstalten geringer ausgefallen sei als gefordert.

Es ist nicht nur Nostalgie, wenn die ehemalige Geschäftsführerin Karin Drescher darauf hinweist, dass das RIAS-Jugendorchester das erste deutsche Orchester war, das in Israel auftrat, und erst letztes Jahr als erstes deutsches Orchester nach 1945 in Stettin gastierte. Wichtiger ist noch, dass der Name des Ensembles für eine gemeinsame Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit seinen Klangkörpern steht. Wenn es nicht gelingt, die Marke RIAS-Jugendorchester dauerhaft mit Inhalt zu füllen, ist das ein bedenkliches Signal für die Zukunft der Rundfunkorchester.

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