Neue Spielzeit : Komische Oper: Tüchtig, tüchtig

Der aktuelle Erfolg riecht in der Komischen Oper wahlweise nach Gulasch- oder nach Kartoffelsuppe. Mal etwas kräftiger also, mal vegetarisch – und in jedem Fall sättigend.

Christine Lemke-Matwey

Mit oder ohne Suppe: Vor zufriedenen Mienen kann man sich anlässlich der gestrigen Jahrespressekonferenz für die Spielzeit 2009/10 kaum retten. Die Auslastung des kleinsten Berliner Opernhauses: auf 70 Prozent gestiegen (plus fünf Prozent)! Ein Generalmusikdirektor, der 60 Vorstellungen dirigiert! Ein Durchschnittsbesucheralter von ranken 45 Jahren! Endlich eine akustisch zuträgliche Konzertmuschel! Und eine nigelnagelneue Saalbestuhlung – mit Displays in den Rückenlehnen, die den Operntext auf Deutsch und Englisch bieten.

Ermöglicht werden solche Neuanschaffungen durch die vom Senat für die Opernstiftung angeordnete Rücknahme der Zuschussabsenkungen, durch den hauseigenen Investitionsetat und zu akquirierende Drittmittel. Die neuen Stühle sollen Paten bekommen (à 350 Euro), außerdem wird dem Publikum ab Herbst pro erworbener Eintrittskarte eine freiwillige Spende von zwei Euro angeboten. Wer dem Haus seine besondere Verbundenheit zeigen will, der kann die alten Stühle kaufen (Start der Aktion zur Langen Nacht der Theater und Opern am 25.4.).

Intendant Andreas Homoki, Generalmusikdirektor Carl St. Clair und Geschäftsführerin Susanne Moser haben also Grund zum Strahlen. Und ein bisschen Kunst wird natürlich auch verkündet. Sieben Premieren und acht Sinfoniekonzerte stehen 2009/10 auf dem Programm: Barrie Kosky (Homokis Nachfolger ab 2012) inszeniert am 20.9. Verdis „Rigoletto“, Hans Neuenfels setzt sich mit Aribert Reimanns „Lear“ auseinander (22.11.), die junge Dänin Jetske Mijnssen wird mit Donizettis „Don Pasquale“ betraut (31.1. 2010), der Norweger Alexander Mörk-Eidem darf Händels „Orlando“ zeigen (26.2.), Benedikt von Peter liest Beethovens „Fidelio“ gegen den Strich (25.4.), und mit Offenbachs „Périchole“ gibt am 6.6. Schauspielregisseur Nicolas Stemann sein Operndebüt. „Lear“ und „Fidelio“ dirigiert St. Clair, ansonsten stehen Patrick Lange, Maurizio Barbacini, Alessandro de Marchi und Markus Poschner im Graben.

Erstmals wird Homoki an der Behrenstraße nicht selbst als Regisseur in Erscheinung treten. Dafür konzentriert er sich ganz auf die Eröffnungspremiere 2010/11 mit Wagners „Meistersingern“. Kehrt die Staatsoper nach ihrer Renovierung wie geplant im Herbst 2013 ins Stammhaus Unter den Linden zurück, wird die Komische Oper ab 2013 renoviert respektive „ertüchtigt“ – und ihrerseits dann im Schillertheater untergebracht sein.

Infos: www. komische-oper-berlin.de

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