Charlotte Rampling : "Die Welt da draußen ist gefährlich"

19.10.2011 23:23 Uhr
Pionierin, Ikone, Star. Charlotte Rampling ist berühmt für ihren Blick, der im Nu von Güte auf Härte umschalten kann – und umgekehrt. Foto: hoehnepresse
Pionierin, Ikone, Star. Charlotte Rampling ist berühmt für ihren Blick, der im Nu von Güte auf Härte umschalten kann – und umgekehrt. - Foto: hoehnepresse

„Ich will interpretieren, nicht mich ändern. Eigentlich weiß ich nicht, wer das ist: ich.“ Die Schauspielerin Charlotte Rampling über den Schutz der Rolle, den Kraftakt der Liebe und das Filmporträt „The Look“.

Frau Rampling, Sie gelten als äußerst diskret. Der Film „The Look“ ist nun ein Porträt von Ihnen, Sie erzählen Privates ...

… und nun sitze ich auch noch hier und rede mit Ihnen. Eigenartig.

Ihr Vater war britischer Berufsoffizier, hätte er den Film gemocht?

Ich glaube, ja. Es wäre vielleicht der einzige meiner Filme gewesen, den er gut fand. Obwohl, ich weiß nicht einmal, ob er je meine Filme gesehen hat. Wir haben nie darüber gesprochen.

Sie scherzen.

Nein. Meine Arbeit war kein Tabu, sie war einfach kein Thema.

„The Look“ ist in neun Kapitel unterteilt, in denen es um Liebe und Schönheit geht, um Tabus, Dämonen oder den Tod.

Wir hatten kein Drehbuch, nur die Kapitel gaben die Dramaturgie vor. Wir führten alle Gespräche spontan und haben nichts nachgebessert. Es gab etwa 20 Drehtage, die sich über vier Jahre hinzogen. Ich wollte oft nicht weitermachen und war, ehrlich gesagt, manchmal sogar unzuverlässig, was äußerst untypisch für mich ist. Ich habe ein ausgeprägtes Pflichtgefühl. Und dann haben wir uns doch wieder getroffen und weitergefilmt. Es lag an der Regisseurin ...

... Angelina Maccarone, sie lebt in Berlin, hat italienische Wurzeln.

Angelina ist mir sehr nah. Sie spricht wenig, sie ist schüchtern.

Zu den Kapiteln werden Ausschnitte aus Ihren Filmen gezeigt.

Ich wollte auf keinen Fall eine normale Dokumentation, in der alle möglichen Leute befragt werden und nette Dinge über mich sagen. So kam Angelina auf die Idee, dass ich mit Leuten über ein Thema spreche.

Nun sprechen Sie mit dem Fotografen Peter Lindbergh, dem Schriftsteller Paul Auster, mit Ihrem Sohn, mit dem Sie auch gedreht haben. Und dann sieht man diese wunderbaren Ausschnitte, aus „Die Verdammten“ oder aus „Stardust Memories“.

Ich liebe so etwas. Ich bin so froh, dass man heute alles googeln und sich Filmausschnitte auf Youtube anschauen kann.

Sie äußerten die Befürchtung, die Briten könnten den Film selbstverliebt finden.

Oh, so bin ich erzogen worden. Auch mein Vater war nur heimlich stolz auf mich, er hat Ausschnitte aus Zeitungen aufbewahrt, aber er hätte es mir nie gesagt. Wir haben in unserer Familie nicht über solche Dinge geredet. Unterhaltungen mit meinem Vater waren immer genau da zu Ende, wo es persönlich hätte werden können und um Gefühle gegangen wäre.

Lesen Sie auf Seite zwei, wie Rampling bekannt wurde.

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