Kultur : Das Rundfunk-Sinfonieorchester wehrt sich gegen die Kürzung der Zuwendungen

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In der Diskussion um die Neuformierung der Berliner Rundfunk-Orchester und -Chöre GmbH (ROC) zeichnen sich die Fronten immer klarer ab: Nach der vorzeitigen Kündigung seines Chefdirigenten Rafael Frühbeck de Burgos zum 31. 10. 2000 in der vergangenen Woche hat jetzt das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) in einem der Presse zugeleiteten Papier Position bezogen: Die Musiker des RSB forden darin, die Zuschüsse für das RSB und die ebenfalls der ROC zugehörigen Körperschaften Rundfunkchor, RIAS-Kammerchor und RIAS-Bigband bis März 2002 auf dem Niveau von 1999 festzuschreiben und signalisieren im Gegenzug ihre Bereitschaft zum Verzicht auf Tariferhöhungen. Damit wollen die Musiker Umverteilungen der bis zu diesem Datum eingefrorenen öffentlichen Zuschüsse zugunsten des Deutschen Symphonie-Orchesters (DSO) verhindern. ROC-Intendant Dieter Rexroth hatte dem DSO und seinem neuen Chefdirigenten Kent Nagano zusätzliche Mittel von jährlich 2 Millionen Mark zugesagt, die jedoch nicht aus dem Etat der ROC kommen sollten. Parallel waren in den letzten Wochen Einsparungspläne vor allem beim RSB bekannt geworden. In ihrem Papier schlagen die RSB-Musiker unter anderem eine stärkere Eigenverantwortlichkeit der ROC-Körperschaften vor, die als eigenständige Profit-Center wirtschaften sollen. Ein detailliertes Konzept liege den ROC-Gesellschaftern dazu seit Sommer vor. Nach Aussage von RSB-Orchesterdirektor Bernd Runge wird ROC-Intendant Rexroth seine Gegenvorschläge voraussichtlich bis Ende des Monats den Gesellschaftern vorlegen. Mit einer Entscheidung über die künftige Struktur der ROC ist frühestens Mitte November zu rechnen.

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