Kultur : Dauerausstellung: Pilotprojekt

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Das Jüdische Museum soll auf jeden Fall, so verlautet aus Museumskreisen, am 9. September 2001 eröffnet werden. Das Chicago Symphony Orchestra unter Daniel Barenboim wird am Nachmittag für geladenes Publikum Mahlers 7. Sinfonie spielen, die Berliner Philharmoniker geben abends ein Schönberg-Konzert (u. a. "Ein Überlebender aus Warschau"). Eine VIP-Gala ist geplant und - in den folgenden Tagen - die Besichtigung durch Schüler- und Lehrergruppen, Museumsdirektoren, andere Besucher aus aller Welt. Sponsoren für den festlichen Start werden noch gesucht.

Der enge Zeitplan bis zu diesem Termin, heißt es, sei zu bewältigen. Demnächst beginne das New Yorker Leo-Baeck-Institut, die Kopien seines Archivs in das Museum zu transferieren. Das Design-Konzept der bayerischen Firma Würth & Winderoll für die Dauerausstellung werde im November stehen. Die jüngst begonnenen Bauarbeiten müssten im Februar beendet sein. Sponsoren für die Installation elektronischer Hardware sollen noch gefunden, ihre Produkte ästhetisch aufeinander abgestimmt werden. Offen sei ebenfalls noch die Gestaltung des letzten Teils der Dauerausstellung, die Zeit nach 1945 betreffend. Die inhaltliche Konzeption werde mit der Eröffnung im übrigen nicht abgeschlossen, man verstehe sie - im Verbund mit künftigen Wechselausstellungen - als work in progress. Knapp 100 Mitarbeiter seien derzeit angestellt, ein Drittel befristet, bis zur Eröffnung des Hauses. Um die Finanzierung der Institution langfristig zu sichern, werde mit Hilfe von US-Beratern eine Struktur erarbeitet, die verschiedene Optionen des Engagements ermögliche: in Anlehnung an amerikanische Vorbilder, ein Pilotprojekt für die hiesige Museumslandschaft. Aus steuerlichen Gründen wolle man man eine development organisation sowohl in den USA als auch in Deutschland gründen. Gedacht sei an einen council internationaler Mäzene sowie an fördernde Mitgliedschaft. Ein Stiftungsfonds von 100 Millionen DM werde angestrebt, um den Jahresetat von 24 Millionen Mark mit wenigstens 5 Millionen Mark jährlich zu ergänzen.

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