Denkmal : Totentempel

Der Baubeginn für das Ehrenmal im Bendler-Block ist für Anfang 2008 geplant.

Michael Zajonz

BerlinSeit im Juni der Münchner Architekt Andreas Meck den Wettbewerb für das Ehrenmal der Bundeswehr im Berliner Bendler-Block gewann, hat es mehrere universitäre Tagungen zum Thema Ehrenmal und Totengedenken gegeben. Eine breitere Diskussion darüber, wie die Bundeswehr ihrer bei Auslandseinsätzen ums Leben gekommenen Angehörigen gedenken will und wie sich eine demokratische Gesellschaft dazu verhalten sollte, entwickelte sich nicht daraus.

Eine gewisse Unsicherheit lässt sich auch aus Andreas Mecks und Francesca Fornasiers Entwurf herauslesen. Ein Vergleich mit Heinrich Tessenows Umbau von Schinkels Neuer Wache zur „Gedächtnisstätte für die Gefallenen des Weltkrieges“ 1931 erinnert daran, dass es ohne Pathos und traditionelle Würdeformeln bei so heiklen Bauaufgaben noch immer nicht geht – auch wenn das Bundeswehr-Ehrenmal viel leichter wirkt.

Die Architekten schlagen zwischen Grundstücksgrenze und Paradeplatz eine langgestreckte Pfeilerhalle aus Betonfertigteilen vor. An einem Ende bilden eingestellte Wände eine Cella, in Anlehnung an den Zentralraum griechischer Tempel. Dort erinnert an einer vergoldeten Wand im ansonsten schwarzen Innenraum ein Zitat Erwin von Witzlebens an den 20. Juni 1944. Das Äußere des Baus wird ein durchbrochenes „Bronzekleid“ in der Form stilisierter zerbrochener Soldaten-Erkennungsmarken ummanteln.

Derzeit wird der Bauantrag geprüft. Andreas Kübler, der Sprecher des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung, rechnet mit dem Baubeginn im Februar oder März 2008.

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