Kultur : Der Freundeskreis der Akademie der Künste wirbt um Mitglieder

Bernhard Schulz

Freunde und Förderer sind nötiger denn je - und wenn eine Kultureinrichtung wie die Akademie der Künste in Kürze einen ambitionierten Neubau nicht einfach im Zentrum der Stadt, sondern geradezu an ihrer innersten Mitte, nämlich dem Pariser Platz, beginnen und in solch nobler Nachbarschaft auch zum Erfolg führen will, bedarf sie der Unterstützung um so dringlicher. So hat sich denn im vergangenen Sommer die "Gesellschaft der Freunde der Akademie der Künste" gebildet, die am Donnerstag Abend erstmals an eine, wenn auch handverlesene Öffentlichkeit aus Kulturbegeisterten trat. Bundespräsident Johannes Rau hatte seinen Amtssitz Schloss Bellevue zur Verfügung gestellt und gab der Versammlung am Abend das rechte Selbstgefühl, indem er in launigem Grußwort den Freundeskreis als "längst überfällig" bezeichnete. So war der festliche Rahmen für Akademie-Präsident György Konrád gegeben, um eine - nebenstehend in Auszügen wiedergegebene - Ansprache über die Akademie im Allgemeinen und das Mäzenatentum im Besonderen zu halten. Rund 150 Gäste waren zugegen und hatten ihr Freude an musikalischen und literarischen Darbietungen. Darunter stach besonders vergnüglich hervor eine Lesung von Otto Sander und Walter Jens, die in Form eines "erdachten Gesprächs" Theodor Fontane und Max Liebermann, den unvergleichlichen Akademiepräsidenten zur Zeit der Weimarer Republik, auftreten ließen. Gut zwei Stunden saß man im Großen Saal von Schloss Bellevue beieinander, ehe beim anschließenden Festessen - als Hauptgang: Kalbsfilet im Kräutermantel auf Trüffelsauce - Gelegenheit war, das Gespräch zwischen Akademikern wie Frank Michael Beyer, Jutta Brückner, Jonas Geist, Ivan Nagel und Aribert Reimann und potentiellen Förderern zu vertiefen. Die Vereinsspitze mit debis-Chef Klaus Mangold als Vorsitzendem und Deutsch-Banker Rolf-E. Breuer als Schatzmeister war jedenfalls zuversichtlich, Mitgliedszahl und Vereinskonto bald deutlich steigen zu sehen.

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