Kultur : Der Sarkast

Zum Tod des britischen Popmusikers Kevin Ayers.

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Foto: WikipediaFoto: Tim Duncan

Unter den musikalischen Charakterköpfen der englischen Canterbury-Szene war er einer der charakteristischsten. Mit seinem sarkastischen Bariton machte Kevin Ayers sich als ebenso charmanter wie skurriler Sänger, Gitarrist und Songwriter von seinem ersten Soloalbum „Joy of a Toy“ (1969) an einen Namen. Er hatte gerade die von ihm mitgegründete Soft Machine verlassen, wo ihn Hugh Hopper am Bass ersetzte. Ein Kurswechsel hin zu jenem psychedelischen Jazzrock, der der Band zu Weltruhm verhalf, mit ihm aber nicht zu machen war. Seine stärkste und erfolgreichste Zeit hatte er Anfang der siebziger Jahre mit den Alben „Whatevershebringswesing“, „Bananamour“ und „The Confessions Of Dr Dream And Other Stories“.

Er war auch Teil des legendären Konzerts im Londoner Rainbow Theatre mit Nico, Eno und John Cale, das unter dem schlichten Namen „June 1, 1974“ auf Platte erschien. Sein letztes Album „Unfairground“ brachte er 2007 heraus. Nach rauen Zeiten, in denen er unter anderem heroinsüchtig war, lebte Ayers seit gut 15 Jahren im südfranzösischen Örtchen Montolieu. Dort wurde er am Mittwochmorgen tot in seinem Bett gefunden. Er wurde 68 Jahre alt. Gelegentlich soll Kevin Ayers auf der Terrasse vor dem Dorfcafé noch Gitarre gespielt haben. Eines seiner Instrumente hatte er dort aufbewahrt. Aufschrift: „Wer spielen will, möge spielen.“ Tsp

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