Kultur : Der Senior

David Gilly, Architekt: eine Ausstellung in der TU

Jürgen Tietz

Die Bekanntheit David Gillys hat immer unter dem Nachruhm seines früh verstorbenen Sohnes Friedrich Gilly gelitten. Der rettete schließlich nicht nur die ostpreußische Marienburg vor dem Untergang, sondern lieferte auch einen atemberaubenden Entwurf für ein Grabmal Friedrichs des Großen auf dem Leipziger Platz. Dagegen nahmen sich die Arbeiten des Landbaumeisters David Gilly (1748-1808) bescheiden aus, die nun in einer von Anna Teut konzipierten, etwas textlastigen Ausstellung im Architekturmuseum der TU-Berlin vorgestellt werden (Straße des 17. Juni 150, bis 9.4., Katalog im Waxmann-Verlag, 28 €).

Erste Meriten sammelte der in Schwedt geborene David Gilly bei der Trockenlegung des Oderbruchs unter der Regentschaft Friedrichs des Großen, um anschließend als Landbaumeister in Stargard und Stettin zu arbeiten. Mit Schloss Steinhöfel östlich von Berlin bewies er sein Gespür für einen gleichermaßen bodenständigen wie zarten Frühklassizismus, der seinen Höhepunkt mit dem Bau von Schloss und Dorf Paretz bei Potsdam für Friedrich Wilhelm III. und seine Frau Luise fand. Hier zeigt sich auch Gillys Hang zu bautechnischen Innovationen wie den Holzbohlendächern mit stützenfreiem Dachstuhl. Seine Erfahrungen ließ Gilly zudem in zahlreiche Veröffentlichungen einfließen. Jürgen Tietz

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