Kultur : Deutsche Filmförderung

chp

Das beste Erfolgsrezept ist der Erfolg. Nach diesem Motto will Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin die deutsche Filmförderung reformieren, nachdem sein Vorgänger Michael Naumann zwar mit den richtigen Zielen im Auge, aber mit allzu großer Ungeduld das "Bündnis für den Film" ins Leben gerufen hatte. Nun stellt Nida-Rümelin sein Konzept vor: kein fertiger Plan für die Erhöhung des deutschen Marktanteils, sondern eine Anstiftung zur Diskussion. Kernpunkt ist die größere Erfolgsorientierung bei der Mittelvergabe der Filmförderanstalt (FFA): eine Erhöhung der so genannten Referenzfilmförderung. Produzenten sollen für Filme mit hoher Zuschauerzahl mehr als jetzt "automatisch" belohnt werden. Damit nicht nur die Blockbuster in den Genuss dieser Förderung kommen, schlägt der Minister eine "kriterienbasierte" Referenzförderung vor: Auch durch Festivaleinladungen und Preise können Produzenten "Pluspunkte" verbuchen. Außerdem zielt Nida-Rümelin auf die Erhöhung der FFA-Gelder: Die Branche selbst könnte über eine Erhöhung der Kinokartenabgabe (in Deutschland 2,3 Prozent, in Frankreich 11 Prozent) dazu beitragen, außerdem sollen die TV-Sender mehr zur Kasse gebeten werden. Auch eine "Investitionsabgabe" der Sender zur Stärkung der unabhängigen Produzenten, wie sie in Frankreich üblich ist, stellt der Minister zur Diskussion. Manege frei: Das "Bündnis für den Film" soll die Vorschläge am 7. Dezember erörtern, das Filmfördergesetz wird 2003 novelliert.

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