Kultur : Die Daum-Tragödie: Wie das Haar analysiert wird

Mit einer Haaranalyse kann noch Jahre später nachgewiesen werden, ob jemand Drogen oder Arzneimittel eingenommen hat. Besonders Kokain, aber auch Cannabis, Heroin, Ecstasy, Beruhigungsmittel oder Psychopharmaka hinterlassen deutliche Spuren in den Haaren - bereits eine Woche nach dem Konsum sind sie nachweisbar. Im Blut sind diese Stoffe nur wenige Stunden, im Speichel nur etwa zwei Tage und im Urin maximal fünf Tage nach der Einnahme zu finden.

Auch bei der Suche nach Dopingmitteln wie Nandrolon und Anabolika ist die Haaranalyse nach Ansicht von Wissenschaftlern ein geeignetes Instrument. Dies liegt daran, dass sich sehr viele Stoffe in den Haaren ablagern, neben Drogen und Arzneiwirkstoffen auch Schwermetalle. Die Stoffe gelangen aus dem Blutkreislauf in die Haare und wachsen mit. Da Haare etwa einen Zentimeter pro Monat wachsen, kann man aus einem zwölf Zentimeter langen Haarstrang den Drogenkonsum des gesamten vergangenen Jahres ablesen.

Die Haarprobe - oft reicht ein Gramm - wird zu kleinen Stücken zerschnitten. In einer chemischen Analyse extrahieren die Tester dann die Drogenzerfallsprodukte aus der Probe. Sie können damit ziemlich exakt sagen, in welchem Zeitraum der Haarspender welches Mittel konsumiert hat. Schwierig wird es lediglich, wenn der Untersuchte nur ein einziges Mal Drogen genommen hat. Die Konzentration wäre dann zu gering. Bei einem regelmäßigen Konsum hingegen lässt das Ergebnis der Analyse kaum Zweifel offen. Auch sind die Möglichkeiten gering - im Gegensatz zur Urin- oder Blutprobe - die Haarprobe zu manipulieren.

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