DIE PRESSEKONFERENZ ZU „FEUERHERZ“ : „Eritrea war auch ein heroisches Land“

Jetzt bloß nichts falsch machen. Die Sache ist heikel, der Prozess um das „Feuerherz“Buch nicht entschieden, wer weiß, ob nicht auch noch der Film belangt werden wird. Und wer weiß, wie gefährdet die

Darsteller sind, nachdem viele schon während des Drehs bedroht wurden. Also verschweigt man den Aufenthaltsort der zehnjährigen Hauptdarstellerin Letekidan Micael, die in Europa Asyl beantragt hat. Also sitzt die umstrittene Bestseller-Autorin Senait Mehari nicht mit auf dem Podium. Also legt man Wert darauf, dass der Film nicht ihre Story, sondern eine universelle Geschichte erzählt.

Das Team hat sich abgesichert: Neben Regisseur Luigi Falorni, den Produzenten Andreas Bareiss und Sven Burgemeister ist ein Experte dabei.

Günter Haverkamp von der Aktion weißes Friedensband kontert bereitwillig den Protest eines eritreischen Journalisten: Doch, es haben nachweislich Kinder unter 18 im Unabhängigkeitskrieg gekämpft, es gibt Fotos und ein Gutachten, demzufolge Minderjährige gern rekrutiert wurden, weil sie seltener desertierten als Erwachsene. Für Details empfiehlt Produzent Andreas Bareiss die Website www.feuerherz-info.de.

Unruhe im Saal: Der Moderator möchte, dass nicht mehr über Politik geredet wird – als ob die sich vom Film trennen ließe. Auf die kluge Nachfrage einer jungen Eritreerin, warum denn ausgerechnet die umstrittene Vorlage gewählt wurde, wenn es generell um Kindersoldaten gehe, wird Regisseur Falorni deutlich. Nein, er wollte keine Gräueltaten in Szene setzen, wie man sie aus Uganda oder Sierra Leone kennt. Der schwerste Moment am Set: „Als ich einer Zehnjährigen eine Waffe in die Hand drücken musste.“ Eritrea wollte er nie denunzieren, es war auch ein tapferes, heroisches Land. „Aber erzählen kann man nur konkret,“ auch die Realität des Krieges mit seinen Zwangslagen. Dilemma der politischen Moral: Die Angst, wegen der Konkretion belangt zu werden, beengt den universellen Freiraum der Kunst. chp

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