Kultur : Die Reisen des einäugigen Riesen

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Schon sein äußeres Erscheinungsbild wirkt, als sei es nicht ganz ernst gemeint. Karl Dall misst 1,92 Meter, und über seinem rechten Auge, das sich erst drei Jahre nach der Geburt öffnete, hängt das Lid auf Halbmast. In Ostfriesland spielte er als Schüler Theater: „Kaum trat ich auf, fingen einige an zu lachen. Das ist mein Schicksal oder Glück.“ In Berlin brachte er es vom Schriftsetzer bis zum Filmkomparsen („Winnetou I“). Anno 1967 formierte sich die

Blödeltruppe „Insterburg & Co.“ Mit Dalls Gelaber und Insterburgs „musikalischem Gerümpel“ stieg sie zu Popstargröße auf: hunderttausende verkaufte Platten, ausverkaufte Tourneen. Dall erzählt trocken und pointiert von früher Rebellion und Schulversagen, vom Humoristenalltag in der „Pension Inge“ und auf der Autobahnraststätte Hannover-Garbsen, von den Jahren als Anti-Talkmaster bei RTL. Sein

Leben: ein Achtungserfolg. chs

Karl Dall: Auge zu und durch. Hoffmann und Campe, Hamburg. 303 Seiten, 19,95 €.

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