Kultur : Diese Woche auf Platz 3 No Angels

mit „Now...!“

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Warum nur fassen sie sich ständig an den Slip? Ist das die Nervosität beim Foto-Shooting? Werden sie sich ihre leichte Lingerie gleich vor unbändigem Verlangen herunterreißen? Oder kneift der Gummizug? Einen oder beide Daumen seitlich in den Schlüpfer eingehakt, und diesen schon deutlich abwärts ziehend - so zeigen sich die „No Angels“ in der August-Ausgabe von „Maxim“, ein Heft, das von sich behauptet, das Frauen bei ihm „stattfinden".

Offenbar unterstellt der Verlag seinen Lesern ausgeprägte Leidenschaften. Für’s Sammeln, zumindest. Denn er bringt die Retorten-Girl-Group gleich mit fünf verschiedenen Titelblättern auf den Markt. Da stehen sie also. Sandy, Nadja, Jessica, Vanessa und Lucy. Angekommen in der Welt der Herrenmagazine. Ein erstaunlicher Image-Transfer. Eigentlich galten No Angels als Heldinnen für die 11-16-Jährigen. Sie hatten es geschafft, sich bei der RTL2-Show „Popstars“ durchzusetzen, ihren Plattenvertrag zu bekommen, planmäßig ihre Hits zu platzieren.

Nicht fünf Freundinnen sollten sie sein, sondern ein Kunstprodukt, Vorbild für alle Mädchen, die davon träumen, mit Fleiß, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit berühmt zu werden. Gerade haben No Angels noch den Eiskrem-Song für die diesjährigen Kampagne von Langnese gesungen, da sehen wir sie in den Standard-Positionen „Auf-allen-Vieren“ und „Auf-dem-Rücken". Die insgesamt züchtigen Bilder könnten zwar so auch in einem Fitness-Blättchen stehen. Aber durch das Umfeld - „Der ultimative Orgasmus ist machbar“, verspricht der Titel - werden die Küken zu Nachwuchs-Pin-Ups. Und weil „Maxim“ für routinierte Medienkonsumenten in einem Atemzug mit „Schöfferhofer Weizen“ genannt werden muss, bleibt nur die Feststellung: Die No Angels machen jetzt auch Papi Spaß. Ralph Geisenhanslüke

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