Kultur : Diese Woche auf Platz 39 Justin Timberlake „Justified“

Ralph Geisenhanslüke

HITPARADE

Warum klingen eigentlich Britney Spears, Christina Aguilera und Justin Timberlake so ähnlich? Der Grund liegt weniger darin, dass alle drei ihre Karriere in der US-Fernsehsendung „Mickey Mouse Club“ begannen, was als Erklärung für einige ihrer Songs schon einleuchten könnte. Nein, es liegt an derselben Beat-Schneiderei. The Neptunes, so nennt sich das Produzentenduo Pharell Williams und Chad Hugo, fertigen garantiert global wirksamen HipHop und R’n’B. Die Mischung aus trocken wummernden Beats und vokalem Blümchensex ist ihre Spezialität.

Manchmal lässt ein Kunde aber auch eine ganze Kollektion wieder zurückgehen. Das, so will es die Legende, hat Michael Jackson getan. Ein schwerer Fehler. Denn während Jacksons Album „Invincible“ floppte, probierte Justin Timberlake die abgelegten Stücke an – und hatte ein maßgefertigtes Solo- Debüt. Manche sagten auch: Das gute Album, das Michael Jackson nicht gemacht hat. Im Video zu „Like I Love You“ tanzt er, singt er, trägt er seinen Hut wie Michael Jackson.

Schon mit seiner Boygroup ’Nsync hat Justin Timberlake diverse Verkaufsrekorde gebrochen sowie später das Herz von Britney Spears und Janet Jackson und vielleicht bald auch das von Cameron Diaz, die gerade von der Klatschpresse zu ihrem jungen Lover beglückwünscht wird. Timberlake ist erst 22 Jahre alt, aber eben schon sehr vielen Menschen bekannt. Und dass seine Songs an die von Britney Spears erinnern, könnte auch daran liegen, dass er eine männliche Version von ihr ist. Sexy wie ein Streichelzoo. Irgendwann wird sich auch das ändern. Und dann wird sich für Bertelsmann vielleicht der horrende Kaufpreis auszahlen, den der Konzern für Zomba Records hinblättern musste. Britney und Justin gehörten dabei zu den Kronjuwelen. Bis die 2,7 Milliarden Euro wieder eingespielt sind, könnte Zeit vergehen. Fast ein Jahr ist Timberlake mit „Justified“ in den deutschen Charts. Ungefähr so lange wie Robbie Williams mit „Escapalogy“. Während Williams dreimal Platin erhielt, wurden von Timberlakes Debüt in Deutschland knapp 200000 – von weltweit fünf Millionen – Stück abgesetzt.

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