Kultur : Drei-Einigkeit

NICOLA KUHN

Mit großer Erleichterung ist in den Museen für ostasiatische und indische Kunst die gestrige Mitteilung von Klaus-Dieter Lehmann, dem ab Februar amtierenden Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, aufgenommen worden.Kurz und knapp hat er darüber informiert, daß eine Verschmelzung der Sammlungen mit dem Völkerkundemuseum nicht vorgesehen sei, womit Zusammenlegungspläne des im Juli scheidenden Generaldirektors Wolf-Dieter Dube endgültig ad acta gelegt sind.Sammler und Museumsfachleute hatten bereits vehement bei der Stiftung und dem Kultursenator protestiert, nachdem bereits über "Strukturveränderungen" in einer hausinternen Zusammenkunft informiert wurde.Die drei Sammlungen wären unter einem geschäftsführenden Direktor zusammengefaßt worden.Befürchtungen wurden damals laut, daß hiermit die ostasiatische und indische Kunst geradezu kolonisiert werde.

Claudius Müller, stellvertretender Direktor des Völkerkundemuseum, wollte jedoch in der Mitteilung des künftigen Stiftungspräsidenten keine sonderliche Neuigkeit sehen, da die 17 Staatlichen Museen ohnehin nicht selbständig operierten.Dennoch müsse an einer effizienteren Organisation gearbeitet werden.Er wolle den Museumstandort Dahlem ohnehin nicht als Konglomerat dreier Einzelhäuser verstanden wissen, sondern als "Synonym für eines der weltweit bedeutendsten Informationszentren", wie es bei der Schließung der Häuser für den gegenwärtig laufenden Umbau bereits geheißen hatte."Wir haben immer schon zusammengearbeitet," bekräftigte auch die Direktorin des Indischen Museums, Marianne Yaldiz, die sich jedoch vor allem "begeistert" über die jüngste Entwicklung äußerte."Unbeschadet dessen dürften aber Pläne zu einer stärkeren Kooperation kommen," so Pressesprecher Wolfgang Kahlcke.Dem Arbeitsbeginn des neuen Präsidenten wird in der Stiftung wohl nun mit noch mehr Spannung entgegengesehen.

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