Dresdner Brückenstreit : Intendanten sehen Kultur bedroht

Im Streit um den Bau der Waldschlößchenbrücke haben sich zahlreiche Vertreter der Dresdner Intendantenrunde eingeschaltet. Sie kritisieren den Bau, der den Verlust des Welterbetitels bedeuten würde.

Dresden - Auch der leichtfertige Umgang mit der Kultur in Dresden stößt bei den Intendanten auf Unverständnis. In einer Stadt, die die Aberkennung des Weltkulturtitels hinnehme, "kann sich keine Form von Kultur mehr sicher fühlen", erklärten die Intendanten am Sonntag in Dresden in einem offenen Brief. In einer solchen Situation werde der Sauerstoff für die Kultur knapper "und die Abwesenheit von Kultur gewöhnlicher".

Die Folgen aus dem Verlust des Welterbetitels würden alle Dresdner treffen. Die Stadt würde empfindlich berührt. "Dresden würde Anziehungskraft bei Kulturfreunden und Künstlern verlieren", heißt es in dem Schreiben. Der Brief wurde unter anderem vom Intendanten der Staatsoperette Dresden, Wolfgang Schaller, dem Intendanten der Dresdner Philharmonie, Anselm Rose, dem Intendanten des Staatsschauspiels Dresden, Holk Freytag, sowie dem Landesvorsitzenden des Deutschen Bühnenvereins, Dietrich Kunze, unterzeichnet.

Die Stadt hatte am Freitag entschieden, den Streit um den Brückenbau gerichtlich klären zu lassen. Die Verwaltung legte vor dem Verwaltungsgericht Dresden Widerspruch gegen die kurz zuvor vom Regierungspräsidium angeordnete Auftragsvergabe ein. Im Februar 2005 hatten sich die Dresdner mehrheitlich für den Bau der neuen Elbquerung ausgesprochen. Sollte die Waldschlößchenbrücke gebaut werden, droht dem Dresdner Elbtal die Aberkennung des Weltkulturerbe-Titels durch die Unesco. (tso/ddp)

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