Kultur : Druck auf den Kanzler: Opernstiftung – oder Berlin vereint zwei Häuser

Uwe Friedrich

Nach der jüngsten Senatssparklausur wandte sich Berlins Kultursenator Thomas Flierl gestern mit einem flammenden Appell an Staatsministerin Christina Weiss: Wenn der Bund nicht zu seinen Zusagen stehe, den Berliner Kulturhaushalt mit 33 Millionen Euro zu entlasten, müsse Berlin die beiden großen Opernhäuser fusionieren. Ähnliche Worte fand der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit auf einer parallel stattfindenden Pressekonferenz. Offenbar ist dem Kultursenator in der Senatsklausur auferlegt worden, bei den Opern 33 Millionen einzusparen, auch wenn keine Bundesgelder fließen. Diese Summe würde dann dem Etat der zusammengelegten Häuser entnommen, was der Schließung eines Opernhauses gleichkäme, denn eine solche Kürzung ist nur bei starker Angebotseinschränkung machbar. Derzeit erhalten die Deutsche Oper 40 Millionen und die Staatsoper 42 Millionen Euro Subventionen pro Jahr.

Flierl hofft weiterhin auf die Stiftungslösung mit drei eigenständigen Opernhäusern: „Wir müssen auf allen Ebenen sämtliche Alternativen diskutieren. Berlin kann sich diese Aufgaben einfach nicht mehr leisten. Hauptstadtsachen sind immer Chefsachen, und ich wünsche mir, dass auf der Bundeskabinettsklausur auch der Kanzler etwas dazu zu sagen hat“, so der Kultursenator.

Inzwischen hat Kulturstaatsministerin Weiss bekräftigt, dass der Bund willens sei, Berlin in der Opernfrage zu entlasten, indem der Stadt Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werde. Über eine konkrete Summe könne jedoch erst nach den Haushaltsberatungen Anfang Juli gesprochen werden. Sie erwarte jedoch, so Weiss, „dass Berlin sich zu seinen drei Opernhäusern bekennt“.

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