Kultur : DSCHUNGEL-WG

Kleiner Dodo

Dorothee Tackmann

Es verblüfft schon, wenn im Zeitalter von „Shrek“ und „Ice Age“ ein Animationsfilm so hartnäckig auf Salz und Pfeffer verzichtet. Oder sind der putzige Dodo und die Seinen nur als Affen verkleidete Aussteiger, die auf den nächsten Kick warten? Der findet sich mit einer Geige. Schon bald weiß der Orang-Utan „das Dingsbums“ vortrefflich zu spielen. Die süßlichen Klänge besänftigen die Tiger, beschwören den erlösenden Regen und sortieren die Sterne am Himmel neu. Mit glucksendem Schnaufstimmchen gelingt es Dodo zudem, den von Menschen aufgezogenen Orang- Utan Darwin, der mit Schirm und Rüschenschürze offen Zivilisationswerbung betreibt, wieder „einzuwildern“. Total nett ist das hier. Am Ende singen die No Angels „Life is a Miracle“. Fragt sich, ob dieser Niedlichkeits-Overkill nicht sogar die ganz Kleinen etwas unterfordert. Zu nett.

Dorothee Tackmann

„Kleiner Dodo“, D 2007, 75 Min., R: Ute von Münchow-Pohl, Thilo Graf Rothkirch

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