Eigener Kanal : Daniel Barenboim erklärt Musik jetzt auf Youtube

Daniel Barenboim hat seinen eigenen Youtube-Kanal gestartet. Jede Woche will er Musik erläutern, aber sich auch zu politischen Themen äußern.

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Musik, die ihm am Herzen liegt, will er auf Youtube erläutern. Den Anfang machte er mit Brahms.
Musik, die ihm am Herzen liegt, will er auf Youtube erläutern. Den Anfang machte er mit Brahms.Foto: dpa/Wolfgang Kumm

Daniel Barenboim hat an diesen Freitag einen eigenen Youtube-Kanal gestartet, auf dem er künftig in kurzen Videos Musik erläutern wird. Ähnlich wie es in der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker gang und gäbe ist, möchte auch der Generalmusikdirektor der Berliner Staatskapelle Werke nicht nur aufführen, sondern Musik auch durch Erläuterungen dem Publikum nahe bringen.

Auf Youtube will er vor allem Stücke erklären, die ihm am Herzen liegen, und sich gelegentlich auch zu sozialen oder politischen Themen äußern. Etwa einmal wöchentlich wolle er sich zu Wort melden, so der Dirigent und Pianist auf www.youtube.com/danielbarenboim.

In einem der ersten Videos, fünf Minuten lang, sitzt er am Flügel im oberen Foyer der Staatsoper im Schillertheater und erläutert auf Englisch mit deutschen Untertiteln Brahms’ Erstes Klavierkonzert. Barenboim spielt Orchester- und Klavierpassagen an, spricht über den ihn begeisternden Gegensatz zwischen dem dramatischen Beginn und dem lyrischen Klaviereinsatz des Kopfsatzes und über die fast religiöse Atmosphäre des zweiten Satzes, dem ein überraschend lebhaftes, „fast gypsy-haftes“ Rondo folgt. Er selbst habe das Werk 1967 zum ersten Mal eingespielt und zuletzt mit der Staatskapelle unter der Leitung von Gustavo Dudamel, dessen außerordentliches Talent Barenboim hervorhebt.

Zuschauer können sich Werke wünschen

Am Ende fordert der 73-Jährige die User auf, Kommentare und Vorschläge für weitere Lektionen zu schicken. Am Samstag fanden sich dort über 80 Anmerkungen, viele wünschen sich Ausführungen zu konkreten Werken. Etwa zu Mozarts Requiem, Bachs Magnificat, Chopins Nocturne Nr. 2, Schumanns Manfred-Ouvertüre, Alban Bergs "Wozzeck", Beethovens 5. Klavierkonzert oder dem Allegretto aus dessen Sturmsonate. Fünf Minuten, das sei allerdings viel zu kurz, schreibt ein User.

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