Kultur : Ein Bein in Berlin, eins in der Türkei

Junge Frauen in KreuzbergMan läuft ständig auf der Straße aneinander vorbei, aber man weiß nichts vom anderen, selbst in Kreuzberg, wo Deutsche und Türken Tür an Tür leben.In ihrem Dokumentarfilm "Mädchen am Ball" hat die FU-Absolventin Aysun Bademsoy 1995 eine Gruppe junger türkischer Kreuzbergerinnen vorgestellt, Mitglieder einer Frauenfußballmannschaft.Zweieinhalb Jahre später hat sie in "Nach dem Spiel" den Faden wiederaufgenommen und nachgesehen, wie das Leben der jungen Frauen heute aussieht. Die Offenste ist Arzu.Sie ist auch diejenige, die ihre Eltern dazu "erzogen" hat, ihr ein bißchen Freiheit zu lassen und einen Deutschen als Ehemann nicht von vorneherein ausschließen würde.Für die anderen käme das nicht in Frage."Die Deutschen sind einfach zu locker", meint eine - die würden nie einen anderen Mann verprügeln, weil er sie auf der Straße anschaut.Die jungen Frauen, die in Aysun Bademsoys Kamera hineinerzählen, befinden sich mit einem Bein in der deutschen und mit dem anderen in der türkischen Kultur.Das Bedürfnis, die Welt jenseits der eigenen Kreise zu erkunden, ist offenbar gering, der Lehrstellen- und Arbeitsplatzmangel tut das seine, um sie in ihrer Umgebung festzuhalten.Trotzdem ist "Nach dem Spiel" ein informativer Film.Es ist schließllich interessant zu wissen, an wem man täglich auf der Straße vorbeiläuft. S.N. fsk am Oranienplatz

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