Eine bunte Rate-Mischung : Das biografische Weihnachtsrätsel 2011
24.12.2011 00:00 UhrEin Mann, der an das Recht glaubte
Er war sehr klein, er maß nur einen Meter fünfzig. Und er war fast blind. Aber in seinem Metier war er ein ganz Großer und galt als ein Mann mit wachem Blick. Er war – wiewohl heute weitgehend vergessen – einer der bedeutendsten Parlamentarier und Parteiführer seines Landes in seiner Epoche. Diese trägt den Namen eines anderen Mannes, zu dessen größten politischen Gegnern jener kleinwüchsige Jurist gehörte.
Geboren und aufgewachsen im Nordwesten seines Landes, blieb er dieser Region stets treu, auch als sie in einem anderen Staat aufging. Fest verwurzelt war er auch im katholischen Milieu. Dessen Interessen zu verteidigen, war seine politische Arbeit gewidmet, freilich galt er als eher liberaler Katholik, er war keineswegs „romhörig“.
Als sein großer Gegner, ein protestantisch-monarchistischer Machtmensch, eine andere Partei zu verfolgen begann, stellte er sich offen dagegen. Auch ihm selbst wurde nachgestellt., zeitweise wurde seine Post ausspioniert. Der Machtmensch freilich hatte durchaus Respekt vor dem redegewandten Gegenüber im Parlament, denn eines hatten sie gemeinsam: Sie waren die zentralen Identifikationsfiguren in ihren politischen Lagern.
Und der Machtmensch bewunderte den anderen, der stets das Recht über die Macht stellte, als einen politischen Kopf, der eine sehr heterogene Partei elegant zu lenken wusste. Sieben Tage vor seinem Tod mit 79 Jahren hielt er seine letzte Parlamentsrede.
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