Kultur : Eine schwarze Wand für Berlin

PETER VON BECKER

Die Verwirrung ist beträchtlich.Architekt Peter Eisenman, einst Helmut Kohls Favorit für den Bau eines Berliner Holocaust-Denkmals (2700 Betonstelen), inzwischen Gerhard Schröders und Michael Naumanns Favorit für den Bau einer Berliner Holocaust-Gedenkstätte (1700 Betonstelen plus Bibliothek, Museum, Forschungsinstitut): Eisenman aus der großen Stadt New York blickt jetzt im Berlin-Bonner Planungsdschungel "nicht mehr durch".Die einen, wie Kulturstaatsminister Naumann, wollen das laufende Verfahren beenden, um möglichst schnell ein neues zu eröffnen.Andere, wie Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen, erklären das Projekt schlicht für gescheitert.

Was tun? Das müssen sich vor allem die 600 Bundestagsabgeordneten fragen, von denen nur die wenigsten die inhaltliche Kompetenz besitzen, neben tausenderlei Steuerreformdetails, Atomausstiegs-Aporien, Kosovo-Krisen und Arbeitsmarktfallen über ein Projekt zu befinden, das zeitgeschichtliche, moralische, ästhetische, pädagogisch-philosophische und nicht zuletzt auch architektur- und baurechtliche Probleme zu einer Art nationaler Selbstverständnis-Frage ballt.

Die Diskussion hierüber, die allzu Spitzfindige bereits für das "eigentliche Mahnmal" halten, liefert mittlerweile keine prinzipiell neuen Argumente mehr.Heute gilt: Seit Michael Naumann zusammen mit Peter Eisenman vor einem Monat das kombinierte Gedenkstätten-Modell ("Eisenman III") vorgestellt hat und zumindest einige der prominenten Befürworter der früheren Entwürfe des New Yorker Architekten ("Eisenman I", "Eisenman II") diesem Modell teils widerwillig realistisch, teils emphatisch (wie Ignatz Bubis) zugestimmt haben, hängt jede politische Entscheidung wesentlich ab von der Legitimität des formalen Verfahrens: Hierüber informiert unser zweiter Beitrag auf dieser Seite.Ist aber die Prozedur geklärt, dann werden inhaltlich die nachfolgend skizzierten Punkte entscheidend sein

1."Eisenman II" und der

laufende Wettbewerb

Bei der ersten Ausschreibung eines "Denkmals für die ermordeten Juden Europas" hatte es zwei prämierte Entwürfe, doch nach dem Veto Helmut Kohls gegen die von der Jury empfohlene sogenannte "Grabplatte" keinen Sieger gegeben.Auch im folgenden zweiten Wettbewerb konnten sich eine neue Jury und die drei ursprünglichen Auslober - Bund, Land Berlin sowie ein privater Förderkreis um die Journalistin Lea Rosh - bisher nur zu einem Zwischenergebnis durchringen.Im Laufe der mittlerweile über ein Jahr währenden Hängepartie ist Peter Eisenmans Partner, der amerikanische Bildhauer Richard Serra, ebenso ausgestiegen wie der in Paris lebende deutsche Konzeptkünstler Jochen Gerz.Eisenman seinerseits hat seine wellige Landschaft aus 4000 ungleich hohen grabstelenartigen Betonpflöcken ("Eisenman I") zwischenzeitlich auf 2700 Stelen verkleinert - eine auf Kohls Kanzler-Wunsch erfolgte, möglicherweise wettbewerbswidrige Überarbeitung ("Eisenman II").Dieser irritierende, auch in seiner gemilderten Monumentalität und en detail raffinierten Setzung stark polarisierende Entwurf gilt als inoffizieller Gewinner des Wettbewerbs.Denn zuviel spricht gegen die beiden übrigen Modelle: Daniel Libeskinds zwanzig Meter hohe durchfräste, durchlöcherte Mauerblöcke rufen mehr noch als Eisenmans symbolischer Grabsteingarten den Vorwurf abstrakter Monstrosität wach - und gegenüber den lichten Leerstellen, den "Voids" in Libeskinds ingeniösem neuen Jüdischen Museum wirken die als Denkmal vorgeschlagenen Mauer-Löcher wie ein Selbstplagiat.Stiller, sanfter erscheinen hingegen Gesine Weinmillers auf dem riesigen Platz halb eingesunkene Steinfragmente, die sich - nur aus der Luft? - als zerbrochener Davidstern lesen.Die Symbolik wäre hier eingängig, doch ist der Einfall in seiner naheliegenden Assoziation auch sonderbar harmlos, und kaum geeignet, die eigene Schlichtheit gleichsam konterkarierend, in räumliche Dimensionen größer als ein Fußballstadion übersetzt zu werden.

2.Vom "Denkmal" zum "Mahnmal" - vom Mahnmal

zur Gedenkstätte

Merkwürdigerweise ist kaum jemandem in der schier uferlosen Debatte bisher aufgefallen, daß diese längst schon nicht mehr um das nominell gesuchte "Denkmal" kreist, vielmehr in Schlagzeilen, Interviews und Aufsätzen immerzu vom "Mahnmal" die Rede ist.Tatsächlich kann ein Denkmal nur den ermordeten Opfern gesetzt werden: sie zu ehren, ihrer zu gedenken.In diesem besonderem Fall gerät aber alle Denkmal-Kunst an ihre symbolischen und kommunikativen Grenzen.Kann es nämlich einen architektonischen Ausdruck für die alles konkrete Mitleid übersteigende, unermeßliche Sinnlosigkeit dieses millionenfachen Mordens und Sterbens geben? "Auschwitz", sagt George Tabori, "ist jenseits der Trauer."

Das Andenken der Toten bewahren kann hier nicht allein Symbolik, sondern nur bezeugende Überlieferung.Adressat des Gedenkens aber sind nicht die Toten, sondern die Lebenden: Deswegen hat sich als Ausdruck des Ungenügens gegenüber einem reinen Denkmal der keineswegs identische Begriff "Mahnmal" eingebürgert.Ein Mahnmal aber, das den Gestus der Erinnerung mit der Aufforderung eines "Nie wieder!" verbindet, kann sich nur an die Nachgeborenen und künftige Generationen richten.Es fordert ein gleichsam "aktives" Gedenken.Darum Naumanns Vorschlag, den symbolischen, für sich genommen hoch abstrakt bleibenden Steingarten Eisenmans mit einem "Haus der Erinnerung" zu verbinden: mit einer Mischung aus Museum, Archiv und Ort der Forschung und Mahnung.

3.Was "Eisenman III" offeriert

So sind wir bei "Eisenman III".Das auf etwa 1700 Stelen reduzierte Gräberfeld soll nun an seiner Nordseite Richtung Behrenstraße und Pariser Platz - mit der geplanten Amerikanischen Botschaft sowie benachbart das Brandenburger Tor und der Reichstag - durch einen im wesentlichen aus drei Elementen bestehenden Riegel aus Stahl, Glas und Stein begrenzt werden.Nach dem derzeit im Foyer des Bundestags ausgestellten Modell ist "Eisenman III" nicht abschließend zu beurteilen.Vor einer Entscheidung über dieses, verglichen mit einem reinen Denkmal, zehnmal aufwendigere Projekt, das schätzungsweise 180 Millionen Mark kosten würde und, wenn es überzeugt, als deutsche Holocaust-Gedenkstätte keineswegs am Geld scheitern dürfte, wäre eine genauere Modellierung noch erforderlich.

Klar ist allerdings schon jetzt: Mit einer 20 Meter hohen und gut 100 Meter langen schwarzen Stahlwand zur Behrenstraße, gegenüber der Amerikanischen Botschaft, würde städtebaulich ein hochprovokatives, gleichsam zweites Mahnmal geschaffen.Der stählerne Riesenkomplex soll einmal bis zu eine Million Bücher enthalten und begehbar sein von einem leicht gekrümmten, seitlich noch weiter vorgezogenen 16 Meter hohen gläsernen Atrium.Dieses öffnet zugleich den Blick nach Süden über das Stelenfeld und bietet Zugang zu den vorgelagerten gestuften Bauten für Verwaltung, Forschung und zu einem Auditorium mit Filmprojektion für 200 Zuschauer sowie zu vier sechs Meter breiten und 30 Meter langen Tunnels, die sich wie Finger unter das Stelenfeld graben: mit insgesamt 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche für ein erstes deutsches Holocaust-Museum.Diese Tunnels, die Eisenman auch gegen das angrenzende (Führer-)Bunkersystem der Nazis setzt und die durch Dachfenster sich ins Stelenfeld öffnen, sind ein faszinierender, auf Anhieb überzeugender Vorschlag.

Bleibt die schwarze Stahlwand.Eine im Modell an Schießscharten oder die Luken von Parkhäusern erinnernde schlitzartige Rasterung soll hier bereits auf die Struktur des Stelenfelds verweisen.Ob sich diese Assoziation tatsächlich überträgt, ist fraglich.Vielmehr gemahnt der stählerne, düstere Riesenriegel, der als "Wand der Bücher" (Eisenman) das Gedächtnis des Holocaust bergen soll, an die gleichfalls schwarze Erschießungswand von Auschwitz.Das ist kühn, in der Dimension 100 mal 20 Meter womöglich gespenstisch - und spätestens hier wirkt der von keinem eigenen Augenschein gestützte Vorwurf einer "Verharmlosung" des Mahnmals ("museale Entsorgung") wie ein schlechter Scherz.Zumal die Zeugnisse des Mordens, die Fotos und Filmbilder im Ausstellungsbereich die Nachgeborenen mehr erschrecken und zum Nachdenken bewegen werden als tausend steinerne, stumme Stümpfe.

4.Die mögliche Trägerschaft - und die ungeklärte Widmung

Würde "Eisenman III" verwirklicht, dann wäre die von Michael Naumann vorgeschlagene inhaltliche "Vernetzung" mit den bestehenden Gedenk- und Forschungsstätten - dem ehemaligen KZ Sachsenhausen, der Wannsee-Villa, der "Topographie des Terrors", dem Jüdischen Museum, dem Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam, dem Institut für Antisemitismusforschung - eine ebenso (komplizierte) Selbstverständlichkeit wie die avisierte Zusammenarbeit mit der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem, dem Holocaust Museum in Washington, dem Leo-Baeck-Institut in New York oder Steven Spielbergs Shoah Foundation.Dieses alles soll nun Michael Blumenthal, der energievolle, in internationaler Diplomatie erfahrene Direktor des neuen Jüdischen Museums, mitbewerkstelligen.Aber dieses Jüdische Museum soll selbst ja gerade kein Holocaust-Museum sein: Man will darin zwei Jahrtausende jüdisches Leben und nicht nur wenige, furchtbare Jahre jüdisches Leiden und Sterben darstellen.

Inhaltlich gäbe es für ein "Haus der Erinnerung" wohl mehr Überschneidungen und Gemeinsamkeiten mit der auf dem Gelände des ehemaligen Gestapo-Hauptquartiers und Himmlers Amtssitz entstehenden Dokumentationsstätte "Topographie des Terrors".Freilich sind hier auch mancherlei Konkurrenzen denkbar, ebenso im Verhältnis zu anderen Gedenkstätten, deren Leiter sich bereits mit Sorge und Kritik zu Wort melden.Es besteht also erheblicher Abstimmungs- und Verständigungsbedarf - was alles nicht darüber hinwegtrügen kann, daß ein Komplex der Dimension "Eisenman III" einer eigenständigen, am Ende auch eigenverantwortlichen Leitung bedürfte.

Dies muß mit allen personellen, strukturellen und finanziellen Konsequenzen ebenso bedacht werden wie die offizielle Widmung des Mahnmals.Lea Roshs ursprünglich private Initiative, deren gutes Recht es war, ein Denkmal allein für die ermordeten Juden zu fordern, hat ein Projekt von nationaler Bedeutung angeregt.Es geht um die zentrale deutsche Holocaust-Gedenkstätte.Wenn der Bundestag hierzu das maßgebliche Votum abgibt, dann ist nicht mehr vorstellbar, daß Hunderttausender nichtjüdischer Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns, vor allem der Sinti und Roma sowie der geistig und körperlich Behinderten hier nicht gleichfalls gedacht wird.Das kann die Trauer und Scham nicht mindern über den Mord an sechs Millionen Juden Europas.Es läge darin auch keine Relativierung.Denn die fundamentale Relation ist doch diese, die eine jüdische Weisheit in dem Satz beschreibt: "Mit jedem Menschen, der stirbt, stirbt ein Stück Menschheit."

Recht und (Un-)Ordnung im laufenden Verfahren

"Mahnmal pur" oder "Mahnmal plus"? Die Debatte um das richtige Holocaust-Gedenken bewegt sich auf eine Entscheidung zu

VON MORITZ MÜLLER-WIRTH

Die zweite, von Kulturstaatsminister Naumann angeregte Überarbeitung des Denkmal-Entwurfs von Peter Eisenman hat nach einer Zeit des Stillstands Bewegung in die Mahnmal-Debatte gebracht.Mehr, es deutet sich inzwischen sogar die Möglichkeit einer Entscheidung an.Ihr Gegenstand läßt sich, knapp formuliert, auf den Nenner bringen: "Mahnmal pur" oder "Mahnmal plus"? Der Weg zur Entscheidung jedoch scheint verworrener denn je.Die jüngsten Meinungsäußerungen zum Thema signalisieren: Das Verfahren um die Errichtung eines "Denkmals für die ermordeten Juden Europas" geht in seine entscheidende Phase.

Weniges ist dabei unumstritten.Vergleichsweise einig sind sich alle Beteiligten nur darüber, daß der Deutsche Bundestag, nach einer Phase der Sondierung, noch vor der Sommerpause eine Entscheidung herbeiführen soll.Weniger Einigkeit herrscht schon darüber, welcher Art dieser Beschluß sein soll.Mehrheitlich geteilt wird dabei die Auffassung, das Parlament möge über das Errichten eines Mahnmals und dessen Ort entscheiden.Ob es eine Abstimmung für oder gegen ein Mahnmal unabhängig von den beiden in Frage kommenden Konzepten geben wird, ist noch unklar.

Jedenfalls könnten zwei vermutlich fraktionsübergreifende Gruppen-Anträge eingebracht werden, von denen einer das Ergebnis des laufenden Wettbewerbs - also einen der drei in die engere Auswahl gelangten der Architekten Eisenman, Libeskind und Weinmiller - zur Realisierung vorschlägt, der andere die von Naumann ins Spiel gebrachte Variante "Mahnmal plus Haus der Erinnerung".Vorgeschalteter Teil dieser Anträge wäre das grundsätzliche Bekenntnis zu der Errichtung eines Denk- oder Mahnmals und zu dem vorgesehenen Ort unweit des Brandenburger Tores in Berlin.Sollte schon dieser Teil keine Mehrheit finden, würde sich die Umsetzungsfrage logischerweise nicht mehr stellen.Votieren die Abgeordneten aber grundsätzlich für die Errichtung eines Mahnmals, würde sich die Entscheidung zwischen "Mahnmal pur" und "Mahnmal plus" anschließen.Unwahrscheinlich scheint jedoch, daß sich der Souverän in Abstimmungen mit den einzelnen Modellen beschäftigt.

Dies ist, wie bei Wettbewerben dieser Art üblich, Aufgabe der Auslober und des Bauherrn.Was das laufende Verfahren betrifft, sei folgendes in Erinnerung gerufen: Die drei Auslober, der Bund, das Land Berlin und der "Förderkreis zur Errichtung eines Denkmals für die ermordeten Juden Europas e.V.", haben, nach Sichtung der Modelle, vier Entwürfe in die engere Auswahl gezogen.Einer von ihnen, der Künstler Jochen Gerz, hat seine Teilnahme inzwischen zurückgezogen.Der Architekt Peter Eisenman hat seinen ursprünglichen Entwurf ("Eisenman I") auf Bitten der Auslober überarbeitet.Er trägt seither in seiner deutlich reduzierten Form den informellen Namen "Eisenman II".

Die Entwürfe von Daniel Libeskind und Gesine Weinmiller konkurrieren in ihrer ursprünglichen Gestalt.Das letzte Treffen der Auslober liegt über ein Jahr zurück.Von ihnen, beziehungsweise ihrem Sprecher, Berlins Kultursenator Radunski, haben die Wettbewerbsteilnehmer Weinmiller und Libeskind offiziell keine Nachricht über den weiteren Fortgang erhalten.Es kann also bis jetzt folgerichtig keinen Sieger dieses Wettbewerbs geben, auch wenn in der Öffentlichkeit "Eisenman II" als solcher erscheint.Voraussetzung für die oben beschriebene Beschlußfassung des Bundestages wäre also zunächst die Beendigung des laufenden Verfahrens - entweder durch die Benennung eines (oder mehrerer) Sieger oder ohne die Vergabe eines ersten Preises.Einstimmigkeit unter den Auslobern ist dabei nicht erforderlich.Wichtig ist dabei, wie bei allen Wettbewerben dieser Art, daß der Bauherr (in diesem Fall der Bund) an die Vorschläge der Jury beziehungsweise der Auslober nicht gebunden ist, das heißt: Ein von den Auslobern als Sieger gekürter Vorschlag hätte keine bindende Wirkung, was die Realisierung betrifft.

Doch schon das laufende Verfahren ist nach Ansicht von Fachleuten von zweifelhaften Entscheidungen begleitet worden.So ist die Überarbeitung eines Entwurfs in aller Regel erst dann zulässig, wenn ein (oder mehrere) erste Preise vergeben wurden."Die Überarbeitung bei laufendem Verfahren ist unzulässig", sagt beispielsweise Salomon Korn, Architekt und in zahlreichen Wettbewerben als Preisrichter tätig.Korn weist aber darauf hin, daß die Auslober das Mahnmal-Verfahrens nicht nach den Grundsätzen und Richtlinien für Architektenwettbewerbe (GRW) ausgeschrieben hätten, somit keine justitiablen Ansprüche möglich seien.Ähnlich argumentiert die Bundesarchitektenkammer.Spräche sich also der Bundestag für den noch zu kürenden Sieger des laufenden Verfahrens aus, könnten sich, so Korn, die ausgeschiedenen Teilnehmer auf den Grundsatz von "Treu und Glauben" berufen und das Verfahren anfechten.

Für den Fall, daß sich das Parlament grundsätzlich der Naumann-Lösung "Mahnmal plus" anschließt, müßte ein neuer Wettbewerb ausgeschrieben werden, sah doch die Aufgabenstellung des laufenden Verfahrens nicht die Integration eines Dokumentationszentrums vor.Auch der Kostenrahmen entspräche bei weitem nicht mehr den Vorgaben des laufenden Verfahrens.Insofern sind in Bonn kursierende Gerüchte hinfällig, man könne einfach den Sieger des laufenden Wettbewerbs mit einer Modifizierung Richtung "Haus der Erinnerung" beauftragen.Wie ein solcher neuer Wettbewerb auszusehen habe, wer der Träger sein könnte, darüber herrscht im Augenblick Unklarheit.Festzustehen scheint, daß es sich nicht um einen offenen Wettbewerb handeln wird.Dies hieße, der Träger (in Rede steht eine Stiftung) könnte Künstler seiner Wahl einladen, sich zu beteiligen.In der Regel werden solche Wettbewerbe anonym abgehalten.Dies ist jedoch, nach Auskunft der Architektenkammer, nicht zwingend notwendig.Womit die Teilnahme Peter Eisenmans mit seiner dritten Version, vulgo: Eisenman III, möglich wäre.In der Stiftung müßten sich wohl die bisherigen Auslober, unter den Eingeladenen die "engere Auswahl" des laufenden Verfahrens wiederfinden.

Als Kompromiß, der auch beschleunigende Wirkung hätte, macht dieser Tage ein weiteres Modell die Runde: Der Sieger aus dem laufenden Wettbewerb wird die Grundlage eines zweiten, wesentlich übersichtlicheren Verfahrens liefern.Eine zusätzliche Ausschreibung hätte, so die Fürsprecher, nur die ergänzenden Gebäude (Haus der Erinnerung, Holocaust-Bibliothek) zum Gegenstand.

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