Elbphilharmonie Hamburg : Die Fassade ist fertig

In der unendlichen Geschichte um das Hamburger Prestigeobjekt konnte ein weiterer Bauabschnitt beendet werden. Nach den Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre zeigen sich derzeit alle Beteiligten kooperativ und optimistisch.

Am Freitag haben Arbeiter das letzte von rund 1100 Elementen an der Fassade der Hamburger Elbphilharmonie eingesetzt. Damit ist die „Gläserne Welle“ der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron auf einem alten Backsteinspeicher komplett. „Für uns ist das heute ein sehr erfreulicher Tag. Wir wollten eine sehr lebendige Fassade entwickeln, die sich unter den verschiedenen Licht- und Wettereinflüssen immer wieder verändert“, sagte Projektleiter Stefan Goeddertz von Herzog & de Meuron. Insgesamt hat die Glasfassade eine Fläche von 16 000 Quadratmetern, das sind ungefähr zweieinhalb Fußballfelder. „An diesem Baufortschritt ist abzulesen, wie gut die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten inzwischen funktioniert“, sagte Kultursenatorin Barbara Kisseler. „Wir haben allen Grund, weiter optimistisch in dieses Projekt zu gehen.“ Bereits Ende 2013 war der Rohbau vier Wochen eher als geplant fertig, auch der Stahlbau ist abgeschlossen. Das Dach ist weitgehend geschlossen und soll am 15. August komplett fertig sein.

Im Inneren des Konzertsaals wurde mit der Montage der Innenverkleidung, der „Weißen Haut“, begonnen. „Das eigentliche Herzstück der Elbphilharmonie, der große Konzertsaal, nimmt Gestalt an“, sagte Kisseler. Auch der Gesamtprojektleiter von Herzog & de Meuron, Jan-Christoph Lindert, zeigte sich zufrieden: „Die Motivation ist kurz vor dem Siedepunkt. Man arbeitet richtig mit Spaß zusammen.“ Das war nicht immer so: Bis zum Sommer 2013 herrschte auf der Baustelle mehr als eineinhalb Jahre Stillstand. Erst nachdem sich die Stadt und der Baukonzern Hochtief nach einem langen Streit auf den Weiterbau geeinigt hatten, ging es wieder voran auf Deutschlands teuerster Kulturbaustelle.

Die Eröffnung der Elbphilharmonie war ursprünglich für 2010 geplant. Die Kosten sollten sich auf 77 Millionen Euro für den Steuerzahler belaufen. Inzwischen hat sich unter anderem ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss mit dem Millionen-Debakel des Konzerthauses beschäftigt, das nun 2017 eröffnet werden soll. Die Kosten liegen derzeit bei 789 Millionen Euro. dpa

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