Kultur : Euro: Ein bisschen Dackel: Österreich rückt eng zusammen

Paul Kreiner

Zu dumm, dass ausgerechnet am ersten Handelstag des Euro-Zeitalters sämtliche Bankautomaten in Österreich ausgefallen sind. Eine Stunde lang versagten die 2600 Geräte und viele der 60 000 Bankomat-Kassen. Mit der neuen Währung, versichert die Betreibergesellschaft Europay, habe das nichts zu tun: "Eine falsch verbuchte Transaktion, dann hat sich das System aufgehängt." Die Österreicher hat das nicht abgeschreckt. In dem Land, dem die Politiker seit Jahren eine Schilling-Abschiedstrauer einreden, ist die Altwährung schon fast Fremdgeld. In Läden und Supermärkten schwankt die Befindlichkeit zwischen Heiterkeit, Fatalismus und Ärger. Der Ärger bezieht sich auf die - bei einem Wechselverhältnis von 13,706 - nicht ohne kompliziertes Kopfrechnen nachvollziehbaren Preise; Heiterkeit und Fatalismus schweißen Kunden und Kassierer zu einer augenzwinkernden Schicksalsgemeinschaft zusammen. Das dumpfe Vorsichhin-Warten an der Kasse hat ein Ende. Wie sagte einer: Der Euro sei die "Fortsetzung des Dackels mit anderen Mitteln": "So viel, wie die Leut jetzt miteinander reden, das tun sie sonst nur, wenn sie ihre Hunderl ausführen."

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