Festival : Ethik und Sex: "Tanz im August"

Der flämische Choreograf Alain Platel eröffnet mit "Gardenia" den "Tanz im August". Ungewöhnlich an dieser Produktion von Les Ballets C de la B ist die Besetzung.

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Die bekannte transsexuelle Schauspielerin Vanessa van Durme sowie sechs weitere Transsexuelle zwischen 56 und 67 Jahren erzählen in „Gardenia“ ihre Geschichten. Sie berichten von ihren enttäuschten Hoffnungen auf dem Weg ins andere Geschlecht. Es sei ein Stück über Gender-Performance, so Pirkko Husemann vom Hebbel am Ufer in Anspielung auf die feministische Theoretikerin. „Judith Butler lässt grüßen.“

„Gardenia“ ist ein unterhaltsames Plädoyer für Toleranz – und nicht die einzige Produktion mit gesellschaftskritischem Anspruch. „Ethik des menschlichen Zusammenlebens“ lautet einer der Themenschwerpunkte des Festivals, das vom 19. August bis 3. September 38 Produktionen aus 19 Ländern präsentiert. Ein weiterer Höhepunkt ist das Bühnenzeremoniell „Tempest: Without a body“ von Lemi Ponifasio. Ponifasio ist auf Samoa in der Südsee geboren (wo er die Autorität eines Stammeshäuptlings besitzt) und gilt als einer der wichtigsten Regisseure Neuseelands. In seiner Theaterarbeit versucht er „Bedingungen herzustellen, so dass Wahrheit und Schönheit hervortreten können“, sagt Ponifasio.

Einen zweiten Schwerpunkt des Festivals bildet die Auseinandersetzung mit der Tanzgeschichte. Boris Charmatz etwa präsentiert mit „50 Years of Dance“ eine eigenwillige Hommage an die Tanzlegende Merce Cunningham. Verstärkt widmet sich der „Tanz im August“ in diesem Jahr der Nachwuchsförderung. Insgesamt 17 Arbeiten junger Choreografen stehen auf dem Programm.

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