Film : Verschollene Szenen aus "Metropolis" entdeckt

Fritz Langs "Metropolis" - ein Meilenstein. 80 Jahre lang waren Schlüsselszenen aus dem berühmtem Stummfilm unauffindbar. Jetzt sind sie in Argentinien wieder aufgetaucht.

Szene aus "Metropolis"
Szene aus "Metropolis" -Foto: dpa

HamburgDie Chefin des Filmmuseums in Buenos Aires, Paula Félix-Didier, entdeckte in ihrem Haus die Urfassung des Films, berichtet das "Zeit-Magazin" vorab. Zuvor war sie Berichten über die ungewöhnliche Länge des Werks auf den Grund gegangen. Sie reiste mit einer Kopie des Films nach Berlin und führte diese Experten vor. Die waren sich sicher, dass es sich dabei um die Langfassung des Films mit den gesuchten Szenen handelt.

Durch die Neu-Entdeckung würden Schlüsselszenen des Films verständlich, und Nebenfiguren bekämen eine tragende Rolle, hieß es. Der Leiter der Deutschen Kinemathek in Berlin, Rainer Rother, sprach von einer "sensationellen Entdeckung". Der Restaurator der bislang bekannten Fassung, Martin Koerber, sagte, "der Rhythmus des Films wird wieder hergestellt".

Ursprünglich ein Flop

Die Urfassung von "Metropolis" hatte Lang 1927 in Berlin präsentiert. Der Film spielt in der Zukunftsstadt Metropolis: Diese wird von Joh Fredersen beherrscht, dessen Arbeiter unter der Erde leben. Sein Sohn verliebt sich jedoch in eine junge Frau aus der Arbeiterstadt. "Metropolis" war der teuerste deutsche Film, den es bis dahin gegeben hatte. Doch bei Kritikern und Publikum fiel die Produktion durch. In den USA wurde der Film dann radikal gekürzt und geschnitten. Dieser Überarbeitung fielen Schlüsselszenen zum Opfer.

Das "Zeit-Magazin" rekonstruierte nun die Geschichte des Filmes: Demnach holte der Verleiher Adolfo Z. Wilson aus Buenos Aires 1928 eine Kopie der Langfassung von "Metropolis" nach Argentinien. Später gelangte der Filmkritiker Manuel Peña Rodríguez an die Rollen. In den 60ern verkaufte er diese an den Nationalen Kunstfonds Argentiniens. Eine Kopie ging 1992 in die Sammlung des Museo del Cine in Buenos Aires über, dessen Leitung Félix-Didier im Januar übernahm. Als diese die vermissten Szenen entdeckte, kontaktierte sie eine ihr bekannte Journalistin. (rope/ddp)

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