Fotografie-Ausstellung : Hommage an einen einfallsreichen Meister

Im Düsseldorfer NRW-Forum werden bis zum 26. August 150 bisher unveröffentliche Schwarz-Weiß Fotos von der Foto-"Legende" Jeanloup Sieff gezeigt. Darunter finden sich auch Fotos von Grace Kellys Hochzeit und von Romy Schneider.

Düsseldorf - So wie Regisseur Alfred Hitchcock in seinen Spielfilmen stets an irgendeiner Stelle unvermutet auftaucht, so erscheint er auch in einer Aufnahme des Fotografen Jeanloup Sieff. Der hatte 1962 für "Harper's Bazaar" Mode fotografiert und die Kulisse dafür aufs Land verlegt. Dort steht ein Model im elegantem Abendkleid einsam im Schilf und träumt, während hinter ihm der Meister des Psychothrillers heranschleicht. Als eins von 150 ist das Bild in der Schau mit Fotografien von Jeanloup Sieff von Samstag an im Düsseldorfer NRW-Forum zu sehen. Bis zum 26. August werden dort ausschließlich unveröffentlichte Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Foto-"Legende" Sieff (1933-2000) gezeigt.

Die Ausstellung, die im Anschluss in Tokio gezeigt wird, zeichne den gesamten Weg Sieffs als einen der "ganz Großen" nach, sagte Werner Lippert vom NRW-Forum. "45 Jahre lang hat Sieff eine ganze Generation beeinflusst und geprägt." Gezeigt werden Mode- und Aktfotografien, Landschaften und Straßenszenen sowie Porträts.

Durch einen Zufall berühmt

Dass Sieff überhaupt zu einem der bekanntesten Modefotografen wurde - seit den 50er Jahren arbeitete er für Mode- und Lifestyle-Magazine wie "Harper's Bazar", "Vogue" und "Esquire" -, ist einem Zufall zu verdanken. 1955 erhielt er einen Auftrag von der Chefredakteurin der Zeitschrift "Elle". Der Grund: Er war, bedingt durch den Urlaub der Fotografen des Magazins, als einziger verfügbar.

Sein Erfolg liegt nicht zuletzt an den unkonventionellen Bild-Ideen, die der Fotograf kompositorisch wie inhaltlich umsetzte. Etwa in einer Aufnahme aus dem Jahr 1963: Zwischen den riesigen, Klauen bewehrten Schenkeln eines Dinosaurier-Standbildes verschwindet ein Model in Hut und Mantel. Dessen Zierlichkeit im feinen Hahnentritt-Stoff, so befand Sieff, könne durch nichts besser zur Geltung gebracht werden, als den Gegensatz zum monströsen Urviech.

Er macht Fotos von Grace Kellys Hochzeit

Nicht irgendwann mal, sondern "öfter" habe ihr Mann gesagt: "Immer diese Klamotten. Ätzend!" Das offenbarte Barbara Sieff. 1969 hatte sie Sieff als Model bei Modeaufnahmen kennen gelernt. Was ihm aber gefallen habe, sei die Zusammenarbeit mit den Frauen gewesen.

Die Schau zeigt auch komponierte, ruhige Landschaften, Aufnahmen von Schauspielern wie Romy Schneider und Yves Montand, Reportagefotos von einer Reise nach Istanbul, vom Studentenstreik der 50er an der Sorbonne oder humorvolle Fotos wie die von der Hochzeit Grace Kellys.

Irgendwann hatte Sieff vorgeschlagen, eine seiner Meinung nach "müßige" Diskussion um den Stellenwert der Fotografie zu beenden. "Ich schlage vor, sie in zwei große Gruppen einzuteilen: gute und schlechte Fotos." Seine gehören ohne Zweifel in die erste Gruppe. (tso/dpa)

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