Kultur : Fragen halten länger

Was der Kulturstaatsminister von der Kunst erwartet

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Nicht nur von Menschen und Mäusen handelt die diesjährige Berlin-Biennale, sondern auch von Staatsministern und Rhinozerossen. 18 Monate brauche ein Rhinozeros-Baby, bis es geboren werde, erklärte der italienische Kurator Massimiliano Gioni auf der Eröffnungspressekonferenz: genauso lang, wie die Kuratoren Zeit für die Vorbereitung hatten. Vorbereitungszeit, die möglich war, weil die Bundeskulturstiftung die Kunstausstellung diesmal mit 2,5 Millionen Euro großzügig alimentiert. Was wiederum Kulturstaatsminister Bernd Neumann auf den Plan ruft, der sich über die Vorzüge von Planungssicherheit auslässt. Und darüber, wie wunderbar es sei, dass Kunst nicht sofort verwertbar sei.

Fragen stelle die Kunst, gebe keine Antworten, so der Staatsminister, der sich naturgemäß eher für die Antworten zuständig fühlt. Nur: „Fragen halten länger als Antworten.“ Und Kunst lebe von Enthusiasmus, Engagement und Überzeugung. Politik nicht?

Es ist übrigens, dank der gesicherten Finanzierung, das erste Mal seit 1998, dass die Berlin-Biennale turnusmäßig im Zwei-Jahres-Rhythmus bleibt. Das soll auch in Zukunft so bleiben: Ab Sonntag wird sich Hortensia Völckers, Künstlerische Leiterin der Bundeskulturstiftung, mit einem Gremium zusammensetzen, um die Kuratoren für die Biennale 2008 zu suchen. Auch diese wird mit 2,5 Millionen Euro gefördert. til

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