Kultur : Früh, vollendet

Das Rias-Jugendorchester bei Young Euro Classic

Sybill Mahlke

Kleiner Maestro! Im Mozart-Jahr bereitet es avantgardistische Freude, der Sinfonie KV 16 zu lauschen: ein Es-Dur-Werk des Achtjährigen! Aus dem Nachsatz des ersten Themas weht frühe Empfindsamkeit, die sich über Klischees der Epoche erhebt, aus dem Andante „ein bekannter Gruß aus späterer Zeit“ (Hermann Abert). Das feine Programm huldigt dem Gedanken, die Jubilare des Jahres, Mozart und Hans Werner Henze, mit ihren jeweils 1. Sinfonien zu verbinden. „Weil sie die Entrückung selbst ist“, definiert Henze die Mozart-Musik. Während Mozarts Erste frisch aufklingt, ist über die in g-Moll KV 550 nur eine Vollzugsmeldung zu machen. Es lässt sich nicht überhören, dass das Rias-Jugendorchester, früher vom Rias, dann vom Deutschlandfunk gefördert, derzeit ohne Eigenveranstaltungen existiert. Groß ist die Begeisterung des Publikums, das im Konzerthaus nach jedem Sinfoniesatz applaudiert. Bleibt die Frage nach der Effizienz der beliebten Augustserie über deren Dauer hinaus. Peter Raue gibt eine muntere „Einführung“. André de Ridder dirigiert Henze-erfahren das mediterrane Doppelkonzert für Oboe und Harfe. Neben Elsie Bedleem fasziniert Pavel Sokolov, künftig Solo-Oboist des DSO.

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