Kultur : Für Israel

Nachwuchs-Stipendium bei den Philharmonikern

Bernhard Schulz

Der 60. Gründungstag Israels steht bevor. Als „kulturellen Beitrag“ zu diesem Geburtstag stellte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonnabend in der Philharmonie die Einrichtung eines Stipendiums für junge israelische Musiker an der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker vor. Das Stipendium ist nach Bronislaw Huberman benannt, dem 1882 geborenen polnischen Musiker, der im Alter von 10 Jahren bei Joseph Joachim in Berlin zu studieren begann und als einer der hervorragendsten Violinisten seiner Zeit bis 1933 wiederholt mit den Philharmonikern auftrat. Nach der Emigration gründete er 1936 das Palestine Orchestra, aus dem nach der Staatsgründung 1948 das Israel Philharmonic Orchestra hervorging.

Das Stipendium wird für jeweils zwei Jahre ausgeschrieben. Für dessen Einrichtung hat sich der frühere israelische Botschafter Shimon Stein eingesetzt, der am Sonnabend als Ehrengast neben der Kanzlerin dem Beethoven-Webern-Konzert der Philharmoniker unter Simon Rattle lauschte (Tagesspiegel vom 16. 2.). Angela Merkel – deren Ehemann Joachim Sauer der Musik energisch Beifall spendete – hob hervor, dass „die Mittel vorrangig von privaten Spendern“ aufgebracht würden. Gary Smith, Direktor der American Academy und treibende Kraft dieses Fund raising, berichtete in der Pause, dass die eingeworbenen Spenden „bereits für 19 Jahre“ reichten. Angestrebt wird die dauerhafte Etablierung des Stipendienprogramms durch einen entsprechenden Kapitalstock. Bernhard Schulz

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