Kultur : Furchtbar nett

Die Deutschen trinken zu wenig.Und deshalb verliert Hubertus (Hubertus Hartmann) seine Arbeit - ein Opfer von Sparmaßnahmen, die die schlechte Lage der Spirituosenindustrie verlangt.Was tut ein Mann, der eigentlich nach China fahren wollte, um dort seine Freundin zu heiraten, und der sich jetzt kein Ticket mehr leisten kann? Ganz einfach, er besorgt sich eine Waffe und überfällt eine Lottoannahmestelle.Aber da es sich um einen Film von Hans-Erich Viet ("Frankie, Johnny & die anderen") handelt, dem erklärten Freund des kleinen Mannes, gerät die Situation außer Kontrolle.Die Angestellte Gesine (Gesa Badenhorst) muß sich Hubert als Geisel aufdrängen."Haben Sie keine Tüte?" fragt sie ihn."Wo ist denn das Fluchtauto?" Hubert ist seiner Rolle nicht gewachsen.Um so besser für Gesine, die der Langeweile entfliehen will und ihre Tochter gleich mitnimmt auf eine Flucht zu dritt an die Nordseeküste.

Gesa Badenhorst genießt sichtlich ihre Rolle, in der sie abwechselnd altjüngferlich und amazonenhaft sein darf, während Armin Rohde, Horst Frank und Martin Wuttke in Nebenrollen glänzen.Leider identifiziert sich der Regisseur zu sehr mit seinem Hauptdarsteller, der bis zuletzt blaß und hilflos bleibt.Hubert ist ein Kindmann von Mitte dreißig, der Gummibärchen verschlingt; vielleicht ist er zudem auch noch Sextourist.Gesines Interesse an ihm läßt sich nur durch ihren Mutterinstinkt erklären.Daß dieser sadistische Züge trägt, verhilft dem furchtbar netten Film zu ein wenig Abgründigkeit. F.N.

Nur im Kino Moviemento

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben