Kultur : Fusion: Endlich eins: Goethe-Institut und Inter Nationes

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Als "Wende in der gut fünfzigjährigen Geschichte deutscher Auswärtiger Kulturpolitik" bezeichnete Hilmar Hoffmann, der Präsident des Goethe-Instituts, die Fusion seines Hauses mit Inter Nationes. Eine Wende, bei der es "keine Verlierer, keine Gewinner, sondern nur Optimierer" gebe. Die Zusammenlegung wurde gestern auf außerordentlichen Mitgliederversammlungen beider Häuser mit überwältigender Mehrheit beschlossen. Die neue Institution wird den Namen "Goethe Institut Inter Nationes" tragen.

Das Goethe-Institut mit Sitz in München vermittelt mit einem Etat von rund 440 Millionen Mark deutsche Sprache und Kultur derzeit an 130 Instituten in 72 Ländern. Inter Nationes hat seine Zentrale in Bonn und erarbeitet mit einem Haushalt von 50 Millionen in enger Zusammenarbeit mit dem Bundespresseamt Besucherprogramme und Informationsmaterialien über Deutschland. Die Leitung des neuen Instituts übernimmt ein vierköpfiger, von den bisherigen Vorständen beider Organisationen gebildeter Vorstand. Inter Nationes-Vorstand Peter Sötje habe zudem "beste Chancen", Joachim Sartorius als Generalsekretär des Goethe-Instituts zu beerben, sagte Hilmar Hoffmann.

Ziel der Fusion ist es, Kosten durch den Abbau von Doppelstrukturen vor allem im administrativen Bereich zu sparen. Fusionsbedingte Kündigungen werde es zumindest bis 2005 keine geben. Personal werde vom administrativen in den operativen Bereich umgelagert. Auch die beiden Standorte sollen vorerst erhalten bleiben. Ebenso die Autonomie und Regierungsferne, trotz der Einbindung des Bundespresseamtes.

Die erwirtschaftete Fusionsrendite muss nicht an das Auswärtige Amt oder an das Finanzministerium abgeführt, sondern kann in neue Projekte reinvestiert werden: etwa in das geplante "Deutschland-Portal", ein umfassendes themenorientiertes Informationssystem zu Kultur und Gesellschaft im Internet. Auch eine Strategie- und Controlling-Abteilung wird neu hinzukommen.

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